Ärzte Zeitung, 25.01.2005

BUCHTIP

Gebündeltes Fachwissen zu dicken Kindern

Speckringe um Kinderbäuche sind weniger ein ästhetisches, sondern vor allem ein gesundheitliches Problem - und zwar bei immer mehr Kindern und Jugendlichen auch in Deutschland. Ärzten, die sich eingehend mit dieser Problematik beschäftigen, sei daher das neue Buch "Adipositas bei Kindern und Jugendlichen" wärmstens empfohlen.

Denn darin ist das Thema umfassend und interdisziplinär von einer großen Zahl an Fachleuten, die im deutschsprachigen Raum auf dem Gebiet der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen tätig sind, aufgearbeitet worden.

Angefangen von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung zur Pathogenese von Adipositas, Eßverhalten und physiologischen Regelsystemen zum Energieverbrauch über mögliche Folgen von starkem Übergewicht für die Gesundheit bis hin zu Erfahrungen aus Therapie, Diagnostik und Prävention wurde das aktuelle Wissen auf über 400 Seiten zusammengefaßt.

In besonderem Maße berücksichtigt wurde dabei auch die Interaktion zwischen Umweltfaktoren und genetischer Disposition. So ist ein Leitfaden entstanden für sinnvolle diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Dabei wurde auch Raum für kontroverse Ansichten gelassen, wie die Herausgeber, die Professoren Martin Wabitsch aus Ulm, Johannes Hebebrand aus Duisburg-Essen, Wieland Kiess aus Leipzig und Karl Zwiauer aus St. Pölten, betonen.

Wer das im Buch vermittelte Wissen in der täglichen Praxis umsetzten möchte, der findet zudem im abschließenden Serviceteil wichtige kurzgefaßte Informationen zu Diagnostik und therapeutischem Vorgehen, Adressen von Therapieeinrichtungen und Internetadressen. Auch in allen anderen Kapiteln finden sich viele Praxistips - diese kämen allerdings mit ein wenig Farbe sicherlich noch besser zur Geltung. (run)

M. Wabitsch, J. Hebebrand, W. Kiess, K. Zwiauer (Hrsg.), Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, Springer Berlin/Heidelberg/New York, 2005, 436 Seiten, ISBN 3-510-01251-6, 49,95 Euro

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »