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Ärzte Zeitung, 12.05.2005

Wer Pfunde purzeln läßt, darf auf eine Zukunft ohne Gicht hoffen

Männer senken ihr Gicht-Risiko deutlich, wenn sie mehr als vier Kilo abnehmen

BOSTON (mal). Um Patienten zum Abspecken zu bewegen, reicht der Hinweis oft nicht aus, daß Übergwicht häufig zu KHK und Diabetes führt. Den Ausschlag, Sportschuhe und Diätplan wieder hervorzuholen, gibt dann vielleicht der Tip, daß man durch Abnehmen auch Gicht verhindern kann. Denn: Je stärker die Pfunde purzeln, desto niedriger ist auch das Risiko für schmerzhafte Gicht-Attacken.

Zuviel Gewicht auf der Waage schadet nicht nur dem Herz, sondern begünstigt auch Gicht. Foto: dpa

Zumindest für Männer gilt diese Beobachtung, berichten US-Forscher um Professor Hyon K. Chot aus Boston. Für ihre Studie haben sie bei 47 150 gesunden, im Mittel 54 Jahre alten Männern Daten ausgewertet, die prospektiv über zwölf Jahre erhoben wurden.

Innerhalb der zwölf Jahre waren 730 Studienteilnehmer zu Gicht-Patienten geworden (Arch Intern Med 165, 2005, 742). Dabei stellten die US-Forscher fest: Bei Männern, die im Laufe der Jahre an Gewicht zulegten, stieg auch die Gicht-Rate. Das Umgekehrte galt aber auch: Purzelten die Pfunde, sank auch die Gicht-Rate.

Im Vergleich zu Männern mit konstantem Körpergewicht - das bedeutete maximal 1,8 Kilo mehr oder weniger als bei Studienbeginn - hatten Männer, die 4,5 Kilo oder mehr abgespeckt hatten, eine um 40 Prozent niedrigere Gicht-Rate. "Wir haben damit erstmals diesen wichtigen Nutzen des Abspeckens dokumentiert", kommentieren die Forscher.

Bestätigt haben sie mit ihrer großen Studie auch die längst bekannte Warnung: "Mit jedem Kilo Übergewicht wächst die Wahrscheinlichkeit, sich über kurz oder lang einen Gichtanfall einzuhandeln!". Im Vergleich zu normalgewichtigen Männern (BMI von 21 bis 23) wurde bei übergewichtigen Männern (BMI von 25 bis 30) doppelt so häufig und bei Männer mit einem BMI über 35 dreimal so häufig Gicht neu diagnostiziert.

Die erhöhte Gicht-Rate bei Adipositas hänge vermutlich mit erhöhten Harnsäure-Spiegeln im Serum bei zusammen, so die US-Forscher. Sie plädieren jetzt für entsprechende Studien bei Frauen und bei Patienten mit schon bekannter Gicht.

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