Ärzte Zeitung, 12.05.2005

Neuer Wirkstoff reduziert Fett und senkt Lipide

BERLIN (grue). Ein neues Medikament, das fettleibigen Menschen bei der Gewichtsabnahme hilft und zudem das metabolische Profil verbessert, wird vermutlich im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Der Wirkstoff Rimonabant blockiert endogene Cannabinoid-Rezeptoren und bremst dadurch die Nahrungsaufnahme.

In klinischen Studien mit Rimonabant, das von Sanofi-Aventis entwickelt wurde, wurde in Kombination mit einer hypokalorischen Diät eine nachhaltige, Gewichtsreduktion erreicht. Wie Professor Jens Jordan aus Berlin-Buch beim Deutschen Ärztekongreß in Berlin berichtet hat, verloren adipöse Patienten mit täglich 20 mg des Wirkstoffes in einem Jahr im Mittel 6,6 kg Gewicht, fast fünf Kilogramm mehr als mit Placebo.

Der Taillenumfang reduzierte sich um 6,5 cm, mit Placebo waren es 2,4 cm. Etwa 40 Prozent der Patienten, die sich an die Therapie hielten, verloren mindestens zehn Prozent ihres Ausgangsgewichtes. Nur mit Diät und Placebo schafften das 14 Prozent, sagte Jordan. Der Therapieerfolg mit dem neuen Wirkstoff blieb auch im zweiten Jahr erhalten. Patienten, die auf Placebo wechselten, legten wieder an Gewicht zu.

Jordan berichtete, daß sich mit dem Wirkstoff auch der Lipidstoffwechsel verbesserte. "Nur durch Gewichtsabnahme ist das nicht zu erklären, es muß sich um zusätzliche Wirkungen der Substanz handeln". Während der Therapie sank zudem der Entzündungsmarker C-reaktives Protein und die Insulinsensivität stieg.

Zudem wurden mit Rimonabant Parameter des Metabolischen Syndrom reduziert, so Jordan. Zur Verträglichkeit liegen Ein-Jahres-Ergebnisse vor, die eine im Vergleich zu Placebo nur leicht erhöhte Rate an unerwünschten Wirkungen belegen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »

Wer nicht hören will, den soll die Kita künftig melden

Prävention mit Drohgebärden: Künftig will das Bundesgesundheitsministerium nicht nur mit Bußgeld drohen, sondern auch die Kitas einspannen, um die Verweigerer einer verpflichtenden Impfberatung herauszufischen. mehr »