Ärzte Zeitung, 13.03.2006

Verzicht auf Softdrinks hilft beim Abspecken

Kontrollierte Studie mit mehr als 100 Teenagern / Body-Mass-Index reduzierte sich signifikant

BOSTON (ob). Der Konsum zuckerhaltiger Softdrinks steht im Verdacht, wesentlich zur Zunahme von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen beizutragen. Ein Experiment von US-Pädiatern erhärtet diesen Verdacht: Sie überzeugten Teenager vom Verzicht auf kalorienreiche Süßgetränke - mit sichtbar positiven Folgen für das Körpergewicht.

Das Ärzteteam einer Bostoner Kinderklinik um Dr. Cara Ebbeling konnte 103 Teenager im Alter zwischen 13 und 18 Jahren zur Teilnahme an einem Test bewegen (Pediatrics 117, 2006, 673). Die Hälfte der Studienteilnehmer waren angehalten, auf kalorienreiche Süßgetränke wie Limonade oder gesüßte Eistees zu verzichten und statt dessen kostenlos ins Haus gelieferte kalorienfreie Produkte zu trinken. Bei den übrigen Probanden wurde an den Konsumgewohnheiten nichts geändert.

Die durch monatliche Telefonanrufe unterstützte Überzeugungsarbeit in der Interventiongruppe hatte Erfolg: Der Konsum zuckerhaltiger Softdrinks ging im halbjährigen Beobachtungszeitraum um 82 Prozent zurück. Gemessen am Body-Mass-Index (BMI) war in dieser Gruppe ingesamt eine - jedoch nicht signifikant - geringere Gewichtszunahme zu verzeichnen.

Von Bedeutung war dabei aber das Ausgangsgewicht: Je mehr die Teenager wogen, um so stärker war der Effekt der Intervention. Bei den Probanden, die zu Studienbeginn zu dem Drittel mit dem höchsten Gewicht gehört hatten, bestand ein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen: Verzicht auf Süßgetränke hatte bei ihnen eine BMI-Abnahme (um 0,63 kg/m2) zur Folge; in der Kontrollgruppe legten Jugendliche in der oberen Gewichtsklasse dagegen an Gewicht zu (BMI-Zunahme um 0,12 kg/m2).

Die Pädiater schätzen, daß der tägliche Konsum einer Dose (0,33 l) eines mit Zucker gesüßten Softdrinks knapp ein Pfund Körpergewicht pro Monat ausmacht.

Lesen Sie auch:
Experten beklagen fehlende Daten zur Kindergesundheit

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »