Ärzte Zeitung, 21.08.2006

Neue Adipositas-Therapie zum Herzschutz

Rimonabant reduziert Bauchumfang und Körpergewicht / Günstiger Einfluß auf Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel

HAMBURG (nke). Ab sofort gibt es ein neues Medikament zum Schutz vor Herz- und Gefäßerkrankungen: Acomplia® (Rimonabant). Zugelassen ist Rimonabant zur Therapie bei Adipositas. Das Präparat reduziert Bauchumfang und Körpergewicht und hat positive Effekte auf Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel.

Professor Petra-Maria Schumm-Draeger aus München: Der HbA1c-Wert sank klinisch relevant. Foto: privat

Etwa die Hälfte der Verminderung der kardiovaskulären Risikofaktoren sei unabhängig von der Gewichtsabnahme, berichtet Professor Petra-Maria Schumm-Draeger vom Klinikum Bogenhausen in München bei der Einführungspressekonferenz in Hamburg. Das gehe aus Daten aus vier placebokontrollierten Phase-III-Studien mit Rimonabant hervor.

Untersucht wurde die Wirkung auf Gewicht, Bauchumfang, HDL und LDL, Triglyzeridkonzentration sowie Insulinsensitivität über zwei Jahre. Die Patienten wurden angehalten, die Kalorienzufuhr zu reduzieren.

Die Therapie mit 20 mg Rimonabant führte zu einer signifikanten und anhaltenden Abnahme des Bauchumfangs um 8,5 cm in 52 Wochen. Das Gewicht nahm um 5 bis 7 kg ab. Das HDL stieg um sieben bis neun Prozent, die Triglyzeride nahmen um 12 bis 16 Prozent ab. Bei mit Antidiabetika behandelten Typ-2-Diabetikern sank der HbA1C-Wert klinisch relevant, so die Diabetologin bei der Veranstaltung von Sanofi-Aventis.

Rimonabant ist zugelassen zusätzlich zu Diät und Bewegung zur Therapie von Adipösen (BMI über 30 Kg/m2) oder Übergewichtigen (BMI über 27 kg/m2) mit einem oder mehreren kardiovaskulären Risikofaktoren wie Typ-2-Diabetes oder Dyslipidämie. Selbstverständlich kann das neue Medikament auf GKV-Rezept verordnet werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »