Ärzte Zeitung, 01.02.2008

Hirnschrittmacher gegen Adipositas: Pfunde blieben, Gedächtnis wurde besser

Toronto (mut). Seine Speckrollen verlor ein 50-jähriger, extrem übergewichtiger Mann zwar nicht, nachdem ihm Ärzte einen Hirnschrittmacher implantiert hatten. Dafür bekam der Mann ein besseres Gedächtnis und Déjà-vu-Erlebnisse.

Zur Überraschung der Ärzte sah sich der Mann plötzlich 20 Jahre in der Vergangenheit, als ihm die Chirurgen aus Toronto in Kanada Elektroden in den Hypothalamus steckten, um sein Hungergefühl zu dämpfen. Er beschrieb plastisch eine Szene in einem Park, indem sich seine damaligen Freunde unterhielten. Der Effekt trat immer dann auf, wenn die Ärzte einen Bereich im ventralen Hypothalamus stark reizten. Nach der Op hatte sich das Gedächtnis des Mannes deutlich verbessert. Und bei Gedächtnistests schnitt er wesentlich besser ab, wenn der Stimulator an war. Allerdings: Das Gewicht ließ sich bei dem Mann mit einem BMI von über 55 nach dem Eingriff nur kurzfristig senken (Annals of Neurology 63, 2008, 119).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »