Ärzte Zeitung, 14.05.2008

Wenn schon dick, dann wenigstens aktiv sein!

Körperliche Aktivitäten senken das Risiko für KHK und Herzinfarkt / US-Studie mit fast 40 000 Frauen / Beobachtungszeitraum von elf Jahren

BOSTON (hub). Auch wenn viele Patienten es nicht hören wollen: Übergewicht ist ein wesentlicher KHK-Risikofaktor. Bewegen sich dicke Frauen, ist auch ihr KHK-Risiko niedriger, bestätigt eine Studie.

Wer zuviel wiegt, kann etwas für sein Herz tun, indem er sich bewegt. Dann sinkt das KHK-Risiko durch Übergewicht und Adipositas wieder.

Für körperlich nicht Aktive hat die Studie belegt: Übergewichtige Frauen haben fast doppelt so häufig eine KHK wie normalgewichtige. Bei Adipösen ist die KHK-Rate sogar um mehr als das 2,5-Fache erhöht. Wer sich jedoch regelmäßig bewegt, kann sein kardiovaskuläres Risiko deutlich senken: Aktive Übergewichtige haben demnach nur ein 1,5-fach erhöhtes KHK-Risiko und adipöse Aktive ein 1,9-fach erhöhtes - jeweils verglichen mit allen Normalgewichtigen der Studie (Arch Intern Med 168, 2008, 884). Das KHK-Risiko von nicht aktiven und aktiven normalgewichtigen Frauen unterschied sich kaum (bei Inaktiven um 10 Prozent erhöht).

Bei Übergewichtigen erhöhen die Adipozyten die Menge freier Fettsäuren und der Entzündungsmarker. Das fördert Atherosklerose und endotheliale Dysfunktion, so die Autoren. Körperliche Aktivitäten wiederum bessern die Endothelfunktion, reduzieren den Fibrinogengehalt im Blut und die Plättchenaggregation, und sie erhöhen den Gehalt an Gewebe-Plasminogenaktivator (tPA), was das Thromboserisiko mindert.

Einbezogen waren 39 000 zu Beginn herzgesunde im Mittel 55-jährige Frauen ohne Diabetes. Daten wurden elf Jahre lang erhoben. In dieser Zeit wurden bei 948 Frauen eine KHK oder ein Herzinfarkt diagnostiziert. Als aktiv galt, wer pro Woche mehr als 1000 kcal durch körperliche Aktivitäten verbrauchte. Das wird etwa durch fünfmal 30-minütiges flottes Spazierengehen erreicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »