Ärzte Zeitung online, 01.07.2008

Junkfood in der Schwangerschaft macht Babys dick und krank

LONDON (dpa). Schwangere oder stillende Mütter, die hauptsächlich Junkfood essen, können einer Studie zufolge riskieren, dass ihre Kinder ein Leben lang übergewichtig sind. Das wurde zumindest im Tierversuch nachgewiesen, gilt vermutlich aber auch für Menschen.

Forscher des Königlichen Instituts für Tiermedizin in London hatten schwangeren und säugenden Ratten ausschließlich Dinge wie Muffins, Kekse, Chips und Süßigkeiten zu fressen gegeben. Die Folge: Die Rattenkinder waren ungewöhnlich dick und hatten höhere Cholesterinwerte als die der Vergleichsgruppe. Die Ergebnisse sind nach Ansicht der Forscher wahrscheinlich auch auf Menschen übertragbar (The Journal of Physiology 586, 2008, 3219).

"Menschen teilen mit Ratten fundamentale biologische Funktionen, es gibt also gute Gründe anzunehmen, dass die Auswirkungen, die wir bei Ratten beobachtet haben, auch auf Menschen zutreffen", sagte Professor Neil Stickland. Gelegentlicher Junkfood-Genuss der Mutter wurde in der neuen Studie allerdings nicht untersucht.

Zu den Schäden, die die Kinder davontragen könnten, gehören unter anderem ein erhöhtes Risiko für Diabetes oder Herzerkrankungen. "Man sagt, du bist was du isst. In der Tat müsste es vielleicht auch heißen, du bist, was deine Mutter isst", sagte Dr. Stephanie Bayol von dem Londoner Institut.

Selbst wenn die Nachkömmlinge vom Junkfood entwöhnt würden, hätten sie mit Langzeit-Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Die Probleme betreffen vor allem weibliche Nachkommen.

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