Ärzte Zeitung online, 11.07.2008

Dicke Kinder sterben früher

BERGEN (mut). Als Teenager zu viel Speck auf den Rippen - das reduziert die Lebenserwartung deutlich. In einer großen Studie starben dicke Jugendliche in den folgenden 35 Jahren ihres Lebens viel häufiger an Herz-Kreislaufkrankheiten und Krebs als Normalgewichtige - ein weiteres Argument also, Präventionsmaßnahmen bei Kindern ernst zu nehmen.

dicke kinder sterben früher

Teenager zu viel Speck auf den Rippen - das reduziert die Lebenserwartung deutlich.

Foto: dpa

Mit der Langzeitstudie norwegischer Forscher lässt sich jetzt einigermaßen abschätzen, welche Folgen für die Gesellschaft die zunehmende Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen haben wird.

Und diese Folgen haben es in sich: Bei dicken Mädchen (über der 85. BMI-Perzentile) ist demnach das Risiko für einen Herzinfarkt-Tod vor dem 50. Geburtstag um den Faktor 3,7 erhöht, bei dicken Jungs um den Faktor 2,9 - verglichen jeweils mit Jugendlichen zwischen der 25. und 75. BMI-Perzentile.

Ebenfalls verdoppelt bis vervierfacht ist bei dicken Kindern das Risiko für einen frühen Tod durch Darmkrebs, Apoplexie und Diabetes, berichten Dr. Tone Bjorge und Mitarbeiter aus Bergen (Am J Epidemiol, online).

Grundlage dieser Daten ist das norwegische Tuberkulose-Screening-Programm, in das zwischen 1963 und 1975 knapp 230 000 Jugendliche aufgenommen wurden. Zu Beginn wurden Größe und Gewicht bestimmt. Im Laufe von im Schnitt 35 Jahren waren knapp 10 000 der Teilnehmer gestorben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »