Ärzte Zeitung, 05.12.2008

Schlafdefizit als Kind - später dick

Assoziation zwischen der Schlafdauer als Kind und dem BMI als Erwachsener

DUNEDIN (ars). Kinder früh zu Bett zu schicken, könnte ihnen langfristig Gewichtsprobleme ersparen. Eine prospektive Studie über 32 Jahre ergab: Je länger Kinder schlafen, um so schlanker sind sie als Erwachsene.

Kinder, die im Mittel über elf Stunden schliefen, waren als Erwachsene seltener übergewichtig als jene mit weniger als elf Stunden. Die Korrelation ist nach Angaben der Wissenschaftler so eng wie der Einfluss von Ernährung und Sport. Zudem war sie unabhängig vom BMI als Kind, BMI der Eltern, Bewegung, Fernsehzeit oder Rauchen. Der Umkehrschluss, dass Kinder kürzer schlafen, weil sie pummelig sind, ist den Berechnungen zufolge unwahrscheinlich (Pediatrics 122, 2008, 955).

Heutige Kinder gingen zwei Stunden später ins Bett als Kinder vor 20 Jahren, so die Autoren. Um die seitdem sich ausbreitende Adipositas-Epidemie zu stoppen, sei es wichtig sicherzustellen, dass Kinder genug Schlaf bekommen.

Für die Studie erhoben die Forscher BMI, Schlafdauer und soziodemografische Daten der rund 1000 Teilnehmer im Alter von 5, 7, 9, 11 und 32 Jahren. Am Ende war die Hälfte zu dick. Mögliche Gründe für die entdeckte Assoziation: Schlafmangel begünstigt das appetitstimulierende Ghrelin und hemmt dessen Gegenspieler Leptin. Müdigkeit bremst die körperliche Aktivität und erhöht das Verlangen nach hochkalorischer Kost. Und last not least: Wer wenig schläft, hat mehr Zeit zu essen.

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