Ärzte Zeitung, 20.01.2009

Die meisten Dicken gibt's im Osten Deutschlands

Die meisten Dicken gibt's im Osten Deutschlands

Foto: dreambigphotos©www.fotolia.de

Sachsen-Anhalt führt bei Bauchumfang und BMI / Studie mit 36 000 Teilnehmern

MÜNCHEN (hub). Fast jeder vierte Deutsche ist adipös. Dabei leben die meisten Dicken im Osten. Der Anteil Adipöser ist in Sachsen-Anhalt mit 28,3 Prozent am höchsten, mit 19,8 Prozent im Land Bremen am niedrigsten.

Zu diesem Ergebnis ist die GEMCAS-Studie* gekommen, in die Daten von fast 36 000 Patienten aus mehr als 1500 Hausarztpraxen einbezogen sind. Erhoben wurden Körpergröße, Gewicht, Bauchumfang und die Stoffwechselsituation (Dt Ärztebl Int 105, 2008, 827).

23 Prozent der Teilnehmer haben einen BMI über 30 kg/m2. Die meisten Dicken leben in den neuen Bundesländern - außer in Sachsen - und Niedersachsen. Der Anteil mit einem BMI über 30 liegt hier bei 24 bis 28 Prozent. Die wenigsten Adipösen gibt es in Bremen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Hessen und Sachsen-Anhalt (Anteile zwischen 20 und 22 Prozent).

Einen hohen Bauchumfang - also bei Männern über 102 cm, bei Frauen über 88 cm - hatten 37 Prozent. Der größte Anteil an zu viel Bauchfett wurde mit 42 Prozent für Sachsen-Anhalt ermittelt, der niedrigste für Hamburg (31 Prozent). Die Unterschiede im BMI zwischen den Bundesländern sind somit auf das abdominale Fettgewebe zurückzuführen.

Mit dem Bauchumfang und dem BMI korreliert auch der Anteil von Patienten mit Typ-2-Diabetes, nämlich mit Quoten zwischen 13 und 16 Prozent im Osten. Allerdings gab es keinen solchen Zusammenhang in Niedersachsen. In diesem Bundesland gibt es nur 9 Prozent Typ-2-Diabetiker. Das finden auch die Studienautoren erstaunlich, die Ursache sei jedoch unklar.

*German Metabolic and Cardiovascular Risk Project

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »