Ärzte Zeitung online, 16.06.2009

Mit Obst und Gemüse gegen die Pfunde

POTSDAM-REHBRÜCKE (eb). Viele Erwachsene haben mit einem stetigen Gewichtsanstieg zu kämpfen. Besonders Personen, die mit dem Rauchen aufhören, haben es schwer, ihr Gewicht zu halten und nehmen stärker als andere Personen zu. Eine hohe Aufnahme von Obst und Gemüse könne gerade Letzteren helfen, die Gewichtszunahme um bis zu 17 Prozent zu vermindern, sagt Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung.

Gemüse ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

Foto: DIfE

Der in einer europäischen Langzeitstudie beobachtete Effekt sei zwar schwach, untermaure jedoch die Richtigkeit der bisherigen Ernährungsempfehlungen, so der Experte. Um einer kontinuierlichen Gewichtszunahme vorzubeugen, empfehlen Ernährungsgesellschaften unter anderem, viel Obst und Gemüse zu essen. Die Pflanzenkost enthält viele lebensnotwendige Vitamine und Mineralien, aber nur relativ wenig Kalorien, die zu einem Gewichtsanstieg beitragen.

Dennoch ließen ältere Studien bislang keinen oder nur einen schwachen Zusammenhang zwischen einem hohen Obst- und Gemüseverzehr und einer verminderten, kontinuierlichen Zunahme des Körpergewichts erkennen. Daher nutzte die Forschergruppe um Boeing die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC), um den Zusammenhang nun erstmals anhand einer sehr großen europäischen Datenbasis zu überprüfen (Am J Clin Nutr, online vorab, Mai 2009). Es handelt sich hierbei um eine prospektive Langzeitstudie, die aufgrund ihres Designs besonders dazu geeignet ist, die Langzeiteffekte von Ernährungsweisen zu untersuchen.

Die durchschnittliche Beobachtungszeit der vorliegenden Untersuchung betrug 6,5 Jahre, wobei die Wissenschaftler die Daten von insgesamt 89 432 weiblichen und männlichen Studienteilnehmern aus Zentren von fünf verschiedenen europäischen Ländern auswerteten.

Die Forscher verglichen die Daten von Teilnehmern mit der höchsten Obst- und Gemüseaufnahme mit den Werten von Teilnehmern, die durchschnittlich am wenigsten Pflanzenkost aßen. Danach war ein Unterschied von 350 Gramm mehr verzehrter Pflanzenkost mit einem um 16 bis 17 Prozent verminderten Gewichtsanstieg verbunden. Da bei Personen, die während der Studienlaufzeit mit dem Rauchen aufgehört hatten, die jährliche Gewichtszunahme mit 750 Gramm am stärksten ausgeprägt war, profitierte diese Teilnehmergruppe auch am meisten von dem Effekt.

"Auf den ersten Blick scheint ein um 16 oder 17 Prozent reduzierter Gewichtsanstieg nicht viel zu sein. Dennoch kann sich der eher kleine Effekt über 10 Jahre auf 1,3 Kilogramm aufsummieren", sagt Brian Buijsse, der federführend an der Studie beteiligt war. "Besonders vor dem Hintergrund, dass eine drohende Gewichtszunahme viele Menschen davon abhält, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte man gerade Rauchern, die aufhören wollen, zu einer Ernährungsumstellung mit viel Obst und Gemüse raten", ergänzt Boeing. Darüber hinaus sei es dringend erforderlich, weitere Ernährungsfaktoren zu identifizieren, die das Risiko einer Gewichtszunahme vermindern und so der Übergewichtsepidemie entgegenwirken.

Zum Abstract der Originalpublikation "Fruit and vegetable intakes and subsequent changes in body weight in European populations: results from the project on Diet, Obesity, and Genes (DiOGenes)"

Topics
Schlagworte
Adipositas (1806)
Ernährung (3302)
Organisationen
Boeing (47)
[05.08.2010, 09:38:41]
Daniel KUPPER 
5 kg in einem Monat abnehmen
Ich habe 5 kg in einem Monat abgenommen. Ich wog 89 kg und wiege nun 84 kg. Das kam mit Essen von Äpfeln und Trinken von Wasser. Sobald ein Hungergefühl da ist, einen Apfel schälen und in Ruhe essen, dann ein Glas Wasser trinken. Das kann zwar etwas Bauchschmerzen erzeugen, aber diese wirken sich insgesamt gut auf den Verdauungsapparat aus.  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »