Ärzte Zeitung online, 01.09.2009

Studie: Große Gesundheitsgefahr für dicke Kinder

BARCELONA (eb). Dicke Kinder werden nicht nur kranke Erwachsene - sie sind in jungen Jahren schon gesundheitsgefährdet. Übergewicht und Adipositas führen bereits im frühen Kindesalter zu ausgeprägten pathologischen Veränderungen, die zur Entwicklung generalisierter Gefäßschäden als Frühform einer Atherosklerose beitragen.

zur Großdarstellung klicken

Foto: pixelcarpenter ©www.fotolia.de

Das zeigt eine aktuelle Studie des Herzzentrums der Universität Leipzig, die beim Europäischen Kardiologenkongress in Barcelona präsentiert wurde. "Das erklärte Ziel muss sein, bereits im frühen Kindesalter effiziente Strategien der Primär- und Sekundärprävention zu etablieren, um die Häufigkeit von Adipositas bei Kindern zu reduzieren", betonte Studienleiterin Privatdozentin Sandra Erbs. "Neben einer engen Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen und Eltern sollte hier nicht nur das Ernährungsverhalten geschult, sondern insbesondere die körperliche Aktivität erhöht und das Freizeitverhalten der Kinder beeinflusst werden."

Im Rahmen der derzeit noch laufenden Leipziger Studie wurden bisher 80 übergewichtige oder adipöse Kinder und 60 normalgewichtige Kinder mit durchschnittlich zwölf Jahren untersucht. Erstmals hat sich dabei gezeigt, dass der mittlere systolische Blutdruck bei stark übergewichtigen Kindern durchschnittlich um acht mmHg höher ist als bei normalgewichtigen Kindern. Bei einem Glukosetoleranz-Test ergaben sich bei den adipösen Kindern Hinweise für einen Glukosestoffwechsel als Vorstufe eines Diabetes mellitus. Auch bei verschiedenen Messparametern, die den Zustand der Gefäße darstellen, schnitten die dicken Kinder wesentlich schlechter ab als ihre normalgewichtigen Altersgenossen.

ESC 2009 Abstract No 3528, www.escardio.org/congresses/esc-2009/Pages/welcome.aspx

Lesen Sie dazu auch:
Schlechte Gefäße bei dicken Kindern

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »