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Ärzte Zeitung online, 02.03.2010

Studie: Body-Mass-Index macht keine Aussage über gesundheitliches Risiko

MÜNCHEN (eb). Forscher der Uni Münchner haben in einer neuen Studie belegte, dass der BMI keine Aussagen zu Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko macht.

Nach Daten einer aktuellen Studien sind 75 Prozent aller deutschen Männer und fast 60 Prozent der Frauen übergewichtig. Was indes die Zahlen medizinisch bedeuten, ist unklar. Gängige Statistiken beruhen auf Erhebungen mit dem Body-Mass-Index (BMI). Doch dieses von der WHO empfohlene Maß steht seit einiger Zeit in der Kritik. "Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen", betont Dr. Harald J. Schneider, Leiter der Studie, von der Uniklinik München. Für derlei Risiko-Aussagen eignet sich viel besser der Wert, der sich ergibt, wenn man Taillenumfang durch Körpergröße teilt - kurz WHtR genannt (aus dem Englischen für waist-to-height-ratio).

Ein deutsches Forscher-Team hat in einer Studie mit knapp 11 000 Probanden für jeden Teilnehmer WHR (Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang), WHtR und BMI ermittelt. Dabei wurden für jedes Maß vier Größenordnungen festgelegt. Drei bis acht Jahre lang beobachteten die Forscher die gesundheitliche Entwicklung .

Ergebnis: Ob ein Mensch einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall bekommt oder daran stirbt, lässt sich am besten mit dem WHtR abbilden (Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 2010, online vorab). Die beiden anderen getesteten Maße waren weitaus weniger (WHR) oder gar nicht (BMI) aussagekräftig.

Nicht die Menge, sondern die Verteilung des Körperfetts ist offenbar entscheidend für bestimmte Krankheits-Gefahren.

Zum Abstract der Originalstudie: "The Predictive Value of Different Measures of Obesity for Incident Cardiovascular Events and Mortality"

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