Ärzte Zeitung online, 12.03.2010

Ernährungsindustrie gegen mehr Herkunfts-Infos

BERLIN (dpa). Die Ernährungsindustrie wendet sich gegen die Pläne einer europaweiten besseren Herkunftskennzeichnung auf Lebensmitteln. "Eine verpflichtende Kennzeichnung einzelner Zutaten auf Lebensmitteln würden wir nicht als Fortschritt für die Verbraucher ansehen", sagte die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Sabine Eichner-Lisboa, am Freitag in Berlin.

"Das würde eher verwirren." Die CDU-Verbraucherexpertin Lucia Puttrich befürchtet außerdem technische Schwierigkeiten für solche Angaben. Die Verbraucherzentralen dringen wie die EU-Kommission aber auf eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung.

Der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments berät am kommenden Dienstag über die Lebensmittelkennzeichnung. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen appellierte an die Europa-Abgeordneten, sich für eine Kennzeichnung in den Ampelfarben stark zu machen. "Die Volksvertreter dürfen dem Druck aus der Wirtschaft nicht nachgeben, die Ampelkennzeichnung zu blockieren", forderte der Verband.

Dabei sollen Fett, Salz und Zucker je nach Gehalt in rot, gelb oder grün auf der Verpackung angegeben werden, um Dickmacher schnell zu erkennen. Dies fordert auch die Verbraucherorganisation Foodwatch. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ist skeptisch. Die Chancen einer EU-weiten Ampel-Kennzeichnung sind bisher eher gering.

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