Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung online, 04.11.2010

Forscher: 2050 ist jeder zweite US-Bürger adipös

SAN FRANCISCO (dpa). Schon heute ist jeder dritte US-Amerikaner fettleibig, und in den kommenden Jahren wird die Zahl der Adipösen noch weiter wachsen. Forscher haben nun errechnet: Erst wenn mindestens 42 Prozent der US-Bürger extrem übergewichtig sind, ist der Höhepunkt der "Fettsucht-Epidemie" erreicht.

Forscher: 2050 ist jeder zweite US-Bürger adipös

Eindeutig zu viel Übergewicht: Nach Berechnungen von US-Forschern könnte in 40 Jahren beinahe jeder zweite US-Bürger adipös sein.

© dpa

Dies wird nach Angaben der Wissenschaftler von der Harvard-Universität in Cambridge noch bis zum Jahr 2050 dauern. Die Ergebnisse hat die Gruppe um Dr. Alison Hill jetzt im Fachblatt "PLoS Computational Biology" veröffentlicht.

Die Forscher hatten 40 Jahre zurückreichende Daten von Teilnehmern der "Framingham Heart Study" ausgewertet. 1971 fielen 14 Prozent dieser Probanden in die Adipositas-Kategorie. Sie hatten einen Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder darüber.

In den vergangenen fünf Jahren waren es nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC bereits 34 Prozent der Bevölkerung. Weitere 34 Prozent zählen mit einem BMI zwischen 25 und unter 30 als übergewichtig.

Die Hoffnungen einiger Experten, das damit der Höhepunkt der Epidemie erreicht sei, stützen die Ergebnisse der Forscher um Hill nicht. Schlimmstenfalls steige der Anteil der Fettleibigen sogar über 42 Prozent, denn diese Zahl sei unter optimistischen Annahmen ermittelt worden.

Allerdings werde sich die Fettsucht in den kommenden Jahren langsamer ausbreiten als in der Vergangenheit. Bis der Höhepunkt erreicht sei, könne es daher noch 40 Jahre, also bis zum Jahr 2050, dauern.

Als einen der Hauptgründe für die rasante Ausbreitung der Adipositas in den vergangenen Jahrzehnten nennen die Wissenschaftler "soziale Ansteckung". Wer demnach als Normalgewichtiger Kontakte zu fünf fettleibigen Menschen hat, trägt ein doppelt so hohes Risiko, selbst fettleibig zu werden, wie jemand, der keine extrem dicken Freunde hat.

Neben der sozialen Ansteckung sind zwei weitere Gründe für die Ausbreitung der Fettsucht hauptverantwortlich, berichten die Forscher. Zum einen die leichte Verfügbarkeit von ungesunden Lebensmitteln und der bequeme, überwiegend sitzende Lebensstil.

Zum anderen gelinge es den Menschen nach wie vor nur schwer, einmal angefuttertes Übergewicht wieder loszuwerden. Ein fettsüchtiger Erwachsener hat demnach nur eine Chance von vier Prozent, zumindest so viel abzunehmen, dass er wieder in die Kategorie "übergewichtig" fällt. Diese Zahl ist seit 1971 unverändert geblieben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »