Ärzte Zeitung online, 25.03.2011

Wie vermehrte Leibesfülle das Herz schwächt

Übergewicht und Fettleibigkeit bergen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz. US-Forscher sind jetzt einem möglichen Bindeglied zwischen vermehrter Leibesfülle und Herzschwäche auf die Spur gekommen.

Wie vermehrte Leibesfülle das Herz schwächt

Bei übergewichtigen Menschen ist der Blick auf die diastolische Herzfunktion wichtig.

© Klaro

NEW YORK (ob). Nach Ergebnisse ihrer Studie besteht bei übergewichtigen und adipösen Personen höheren Alters überdurchschnittlich häufig eine subklinische Störung der linksventrikulären diastolischen Herzfunktion (L Am Coll Cardiol 2011; 57: 1368-1374).

Die Forschergruppe um Dr. Marco Di Tullio aus New York hat in dieser Studie bei 950 Teilnehmern im mittleren Alter von 70 Jahren die Herzfunktion echokardiografisch untersucht. Besonderes Interesse galt dabei einer möglichen diastolischen Dysfunktion, die unter anderm auf einer Störung der aktiven Relaxation und der passiven Dehnbarkeit (Compliance) der Herzwand beruht. Die Beurteilung der diastolischen Funktion erfolgte anhand des linksventrikulären Füllungsdrucks, der wiederum aus Messungen der transmitralen Flussgeschwindigkeit ermittelt wurde.

Insgesamt stellten die Untersucher bei 53,5 Prozent aller Teilnehmer eine diastolische Funktionsstörung fest. Bei Normalgewicht betrug die Prävalenz 50,8 Prozent und bei Fettleibigkeit 57,1 Prozent. Nach Adjustierung für andere Einflussvariablen zeigte sich, dass übergewichtige Teilnehmer ein signifikant um 52 Prozent und adipöse Teilnehmer ein ebenfalls signifikant um 60 Prozent höhere Risiko für eine Störung der diastolischen Ventrikelfunktion hatten.

Die Forscher vermuten, dass diese subklinische kardiale Dysfunktion zumindest partiell die Grundlage für das erhöhte Herzinsuffizienz-Risiko sein könnte. Möglicherweise werden Struktur und Funktion des linken Ventrikels durch kardiale Fettinfiltration so verändert, dass daraus eine schwere diastolische Funktionsstörung resultiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »