Ärzte Zeitung online, 06.08.2011

So purzeln die Pfunde: Selbstüberlistung mit ganz einfachen Tricks

NEW YORK/WASHINGTON (dpa). Schlanke Gläser, kleine Teller: Wer gegen seine Pfunde kämpft, soll auch ohne Diät und eiserne Disziplin ans Ziel kommen können. Ein Verbraucherpsychologe aus den USA rät Betroffenen, sich mit Tricks selbst zu überlisten.

So purzeln die Pfunde: Selbstüberlistung mit ganz einfachen Tricks

Auch die Tellerwahl macht's beim Abnehmen: Je nach Größe wirkt dieselbe Portion klein oder groß.

© Mélissa Bradette - Fotolia.com

Was hilft beim Abnehmen? Kleine Tricks können erfolgreicher sein als eiserner Wille, meint Verbraucherpsychologe Dr. Brian Wansink. Auf der Jahrestagung der US-amerikanischen Psychologischen Gesellschaft in Washington präsentierte er Studien, die zeigen: Vertraue nicht deinem Magen!

So purzeln die Kilos leichter: Eine Möglichkeit sei, die Hauptmahlzeit von einem Salatteller einzunehmen statt vom üblichen großen Teller, ein weitere, den Fernseher beim Abendbrot zu meiden.

Also zurück an den Esstisch oder in die Küche, sagte Wansink von der Cornell Universität in Ithaca im US-Staat New York.

Gewohnheiten ändern und ohne Nachdenken gesünder essen

"Das Geheimnis ist, die Gewohnheiten zu ändern und ohne großes Nachdenken gesünder zu essen, statt das Essen nur gedankenlos in uns reinzustopfen."

Dazu gehöre auch, verführerische, aber ungesunde Speisen außer Sichthöhe im Kühlschrank oder Regal zu verstauen. Beim Trinken helfe ein schmales hohes Glas, Kalorien zu sparen, sagte Wansink. Denn kurze dickbauchige Gläser, die eigentlich dasselbe Volumen aufnehmen, verleiteten dazu, über den Strich einzuschenken.

"Diese simplen Strategien führen eher zum Erfolg als der Wille allein", betonte der Forscher. "Es ist einfacher, die Umgebung zu ändern als das Hirn umzupolen." Das Zuhause sei gefüllt mit versteckten Essfallen.

Untersuchung mit Kinobesuchern und Popcorn

Seine Aussagen basieren auf einer Untersuchung mit 168 Kinobesuchern. Der Experte verglich die Popcorn-Portionen, die sich Studienteilnehmer während der Vorführung in den Mund stopften.

Demnach verschlangen Besucher, die eine extragroße Portion bestellt hatten, 45 Prozent Popcorn mehr als die anderen, die sich mit einer großen Portion begnügt hatten. Bei Getränken machte der Unterschied zwischen den schmalen und dickbauchigen Gefäßen 37 Prozent aus.

Nach Angaben des Forschers essen nach einer anderen Studie Kinder mehr Cornflakes und Co, wenn man ihnen das Frühstück in großen statt kleineren Schüsseln serviert.

Besonders viel Suppe aus "bodenlosen Schüsseln

Bei Tests mit Erwachsenen stellte sich heraus, dass sie besonders viel Suppe aus "bodenlosen" Schüsseln löffelten. 60 Menschen bekamen für diese Studie umsonst das Essen serviert.

Die eine Hälfte der Gruppe aß aus normalen Tellern, bei der anderen Hälfte füllte sich durch einen versteckten Mechanismus die Suppe immer wieder langsam nach.

Das Ergebnis: Aus den "bodenlosen" Tellern wurde 73 Prozent mehr gegessen als aus den normalen - und die Betroffenen waren anschließend erstaunt, welche Mengen sie verzehrt hatten.

"Die Lehre ist, dass man nicht auf seinen Magen hören sollte, ob man schon satt ist. Er kann lügen", sagte der Psychologe.

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[08.08.2011, 13:35:59]
Susanne Schöttke 
So purzeln die Pfunde: Selbstüberlistung mit ganz einfachen Tricks
Genau das ist der Punkt. Die Portionen werden immer größer. Wenn man sich an den Besuch beim Bäcker vor vielen Jahren zurückerinnert, weiß man, das insbesondere die Brötchen aber auch viele andere Backwaren nicht nur günstiger im Preis, sondern auch kleiner waren. Zum Frühstück wird meist ein ganzes Brötchen verzerrt, im Vergleich zu früher nimmt man aber heute sehr viel mehr Kalorien zu sich. Dies sollte man ändern (z. B. kleinere Brötchen backen), schon vor dem Hintergrund der stark anwachsenden Adipositasrate, um nicht zu vergessen, wir sind die dicksten Europäer! zum Beitrag »

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