Ärzte Zeitung, 05.07.2012

Adipositas-Paradox folgt der Herzinsuffizenz

LOS ANGELES (eb). Die Gleichung "schlank gleich gesund" geht bei Herzinsuffizienz nicht auf.

Hier gilt vielmehr das sogenannte Adipositas-Paradox: Zwar erhöht Übergewicht das Risiko, wer aber bereits erkrankt ist, der profitiert vom Speck an Bauch und Hüften.

Forscher aus Los Angeles registrierten bei knapp 3000 Patienten zwei Jahre lang kardiale Ereignisse wie Implantation eines Geräts, Herztransplantation oder -tod.

Ergebnis: Männer mit normalem BMI hatten ein um 34 Prozent höheres Risiko dafür als Patienten mit BMI über 25 kg/m3, Frauen sogar um 38 Prozent (Am J Cardiol 2012; 110 (1): 77-82).

[05.07.2012, 18:57:13]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Kranke Schlanke?
Kardiopulmonale Kachexie ist die Ursache. Und nicht das sogenannte "Adipositas-Paradoxon". Patienten mit fortgeschrittener, schwerer Herzinsuffizienz entwickeln einen katabolen Stoffwechsel. Wer in die Endstrecke der Herzinsuffizienz NYHA IV kommt, kann keine anabole Energiebilanz mehr aufbauen. Dann trifft die höhere Sterblichkeit vermehrt unsere untergewichtigen Herzinsuffizienz-Patienten.

Die Gleichung "schlank gleich gesund" gilt eben nur für Gesunde, nicht für kranke Schlanke.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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