Ärzte Zeitung, 22.01.2013

Kommentar zum Fettpolster

Übergewicht neu bewertet?

Von Beate Schumacher

Vor den dramatischen Folgen zunehmender Leibesfülle in der westlichen Welt wird seit Jahren gewarnt - und nun stellt sich heraus, dass Übergewichtige die höchste Lebenserwartung haben.

Selbst eine Adipositas bis zu einem BMI von 35 wird nicht mit einem früheren Tod bezahlt. Sind die bisherigen BMI-Grenzen also zu eng gezogen?

In der Tat räumen auch Experten inzwischen ein, dass besonders bei chronisch kranken Menschen mit Übergewicht oder einer Grad-I-Adipositas möglicherweise nicht immer eine Gewichtsreduktion indiziert ist.

Eine Umwertung aller Werte steht derzeit trotzdem nicht an. Kritisch betrachtet werden müssen nämlich nicht nur die Grenzwerte für Übergewicht und Fettsucht, sondern auch die Maßeinheit selbst.

In ein und derselben BMI-Klasse finden sich Menschen wieder, bei denen Fett und Muskulatur sehr unterschiedlich verteilt sein können.

Es ist mehr als zweifelhaft, ob ein BMI von 27 bei einer Sarkopenie und bei einem trainierten Körper dasselbe Risiko birgt. Der BMI mag ein Risikoindikator sein - aber das Maß aller Dicken ist der BMI eben nicht.

Lesen Sie dazu auch:
Übergewicht: Länger leben mit Fettpölsterchen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Turbo für die richtige Blutfett-Mischung

Die kardiovaskulären Effekte einer mediterranen Ernährungsweise könnten (auch) über eine Modifikation des HDL-Cholesterins vermittelt werden. Zumindest deutet eine Analyse in diese Richtung. mehr »

Pillenrezept bleibt abrechenbar

Wiederholungsrezepte sind im EBM eher ein Minusgeschäft. Meist sind sie mit der Versichertenpauschale abgedeckt. Das gilt aber nicht bei der Rezeptierung von Kontrazeptiva. mehr »

Diese 14 neuen Zulassungen helfen Patienten

Die Zulassung neuer Orphan Drugs hat sich in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stabilisiert. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden jeweils 14 neue Arzneien zugelassen mehr »