Ärzte Zeitung, 07.08.2015

Glosse

Jeder kriegt sein Fett weg

Von Thomas Müller

Jeder kriegt sein Fett weg

Fett-, Zucker- und Fernsehsteuer? Herr Schäuble würde sich freuen!

© Andrey Armyagov / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Kaum geht der Juli zu Ende, kriechen schon wieder altbekannte Zombies aus dem Sommerloch.

Nicht totzukriegen ist die Vorstellung, eine Zuckersteuer würde das Diabetes- und Adipositasproblem lösen - daran glaubt gerade die British Medical Association. Klar, hat ja auch mit der Tabak- und Alkoholsteuer in Deutschland ganz gut geklappt, es gibt angeblich schon Länder, in denen noch mehr getrunken wird als bei uns.

Konsequenterweise sollten wir auch eine Fettsteuer einführen, oder besser gleich eine höhere Mehrwertsteuer auf alle Nahrungsmittel. Ist nicht die Quasisubventionierung des Essens mit sieben Prozent geradezu eine Einladung, sich den Bauch dick und rund zu futtern?

Bei 30 Prozent würden so manchem die Pommes im Hals stecken bleiben.

Auch dem Bewegungsmangel durch viel Fernsehen gilt es, einen Riegel vorzuschieben. Zwar wird der Bürger hier schon über die Zwangsgebühr geschröpft. Die dient nun aber dazu, das gesundheitsschädliche Programm erst zu erstellen.

Für dessen Nutzung müsste man ihn jetzt wiederum per Fernsehersteuer bestrafen, am besten auch dann, wenn er keinen Fernseher hat. Das wäre in der Tat Steueroptimierung vom Feinsten.

Also, nur zu, Herr Schäuble, die "Schwarze Null" war gestern. Lassen Sie es mal wieder richtig klingeln im Staatssäckel - dient ja alles unserer Gesundheit!

[10.08.2015, 16:53:13]
Dr. Karl-Otmar Stenger 
Unvernunft besteuern
Will man den Gedankengängen von Carsten Windt folgen, kann man sich dafür einsetzen, jegliche Unvernunft zu besteuern, ein weites Feld. Um dem Ernst der Lage besser gerecht zu werden, muß man sich mit dem Neoliberalismus anlegen. Zunächst ist anzumerken, dass die US Departments of Agriculture and of Health and Human Services gerade in Ihren Empfehlungen für die US-Amerikaner auf obere Limits für den Konsum von Cholesterin und Fetten ( nicht Transfettsäuren) verzichtet haben; denn die verfügbare Literatur gibt keine ausreichenden Hinweise auf ein Schädigungspotenzial. Damit ist eine Begründung für eine Fettsteuer schon einmal hinfällig. Anders verhält es sich mit dem Zucker. Schon seit einigen Jahrzehnten ist bekannt, dass es biologische Gründe beim Menschen gibt, den Verzehr von Zucker einzuschränken. So warnt die WHO erneut, dass derjenige, der auf Dauer mehr als 5% seines Energiebedarfs mit Zucker deckt, auf längere Sicht ernsthafte gesundheitliche Probleme - inkl. Fettleibigkeit - bekommt. Logisch wäre es daher damit zu beginnen, die Verfügbarkeit von Zucker einzuschränken ( in der Zuckermarktordnung ist ein Verbrauch von 17-18 Mio. Tonnen Zucker pro Jahr für alle EU-Bürger eingeplant ). Wenn man die Quote auf das dem Menschen zuträgliche Maß, nämlich 4 Mio. Tonnen pro Jahr, senkt, steigt automatisch der Preis. Mit dem Preis steigen dann vermutlich auch die Steuereinnahmen. Sicherer ist, dass auf längere Sicht die Kosten für das Gesundheitswesen sinken werden. zum Beitrag »
[10.08.2015, 08:10:28]
Carsten Windt 
ungeahnte Möglichkeiten
Warum bei so banalen Dingen aufhören.
Der wichtigste Bestandteil bei allen chemischen Reaktionen im Körper ist Sauerstoff, und der wird bekanntlich umsonst frei Haus geliefert.
Nachdem Übergewichtige einen höheren Grundumsatz und somit höheren Sauerstoffbedarf haben. ist unbedingt Regelungsbedarf gegeben. Verbieten kann man das Atmen nicht aber besteuern. Im Sommer und für Sonnenbanken allgemein ist eine zusätzlich OZONsteuer gleich mit einzuplanen. Wandelt Sauerstoff sich unter UV nicht in OZON innerhalb der Zelle? Haben wir da nicht ein erhöhtes Krebsrisiko? Also ran mit einer Steuer.
Ach ja wir wandeln ja auch noch O2 in klimaschädliches Co2... Auch hier müssen was machen.... zum Beitrag »

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