Ärzte Zeitung online, 13.11.2015

Kommentar zu Low Fat

Magere Evidenz bei Diäten

Von Robert Bublak

Eine medizinische Faustregel besagt: Je mehr Therapievorschläge existieren, wie einem bestimmten Problem zu Leibe zu rücken sei, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass einer dieser Vorschläge das Problem tatsächlich beseitigen hilft.

Gut zu besichtigen ist die Korrektheit dieser Regel, wo der Begriff "zu Leibe" wörtlich zu fassen ist: bei den verschiedenen Diäten gegen Übergewicht.

Eine dieser Diäten, die sogenannte "Low-Fat-Diät" mit geringer Fettaufnahme, ist nun in einer Metaanalyse untersucht worden. Ein Vorteil gegenüber anderen Diätformen war nicht zu erkennen. Weniger Kohlenhydrate statt weniger Fett ist womöglich das bessere Rezept.

Der Nutzen des dadurch erzielten zusätzlichen Gewichtsverlusts von rund einem Kilo in einem Jahr dürfte sich allerdings in Grenzen halten.

Der schwache Erfolgsausweis der diversen Diätvorschriften für die Gewichtsabnahme beruht nicht zuletzt auf Schwächen der Methodik. Meist sind die Forscher auf Selbstauskünfte der Patienten angewiesen, und die sind so notorisch unzuverlässig wie die Disziplin bei Tisch.

Solange nicht klar erfasst wird, was die Patienten wirklich essen und warum, wird man die Ergebnisse der Diätforschung als das schlucken müssen, was sie sind: wissenschaftliche Magerkost.

Lesen Sie dazu auch:
Diätversprechen unter der Lupe: Weniger Fett heißt nicht weniger Pfunde

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[13.11.2015, 12:15:50]
Rudolf Hege 
Wieder das "Normale"...
Die Crux jeder Diät ist, dass sie letztlich den Abnehmwilligen nicht nur gegen seine eigenen Gewohnheiten kämpfen lässt, sondern auch gegen das "Normale" der Gesellschaft. Egal ob Low-Fat oder Low-Carb, beides entspricht nicht dem Üblichen. Und so muss man schon sehr konsequent sein, sonst werden aus Ausnahmen schnell wieder die Regel. zum Beitrag »

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