Kommentar zu Low Fat

Magere Evidenz bei Diäten

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

Eine medizinische Faustregel besagt: Je mehr Therapievorschläge existieren, wie einem bestimmten Problem zu Leibe zu rücken sei, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass einer dieser Vorschläge das Problem tatsächlich beseitigen hilft.

Gut zu besichtigen ist die Korrektheit dieser Regel, wo der Begriff "zu Leibe" wörtlich zu fassen ist: bei den verschiedenen Diäten gegen Übergewicht.

Eine dieser Diäten, die sogenannte "Low-Fat-Diät" mit geringer Fettaufnahme, ist nun in einer Metaanalyse untersucht worden. Ein Vorteil gegenüber anderen Diätformen war nicht zu erkennen. Weniger Kohlenhydrate statt weniger Fett ist womöglich das bessere Rezept.

Der Nutzen des dadurch erzielten zusätzlichen Gewichtsverlusts von rund einem Kilo in einem Jahr dürfte sich allerdings in Grenzen halten.

Der schwache Erfolgsausweis der diversen Diätvorschriften für die Gewichtsabnahme beruht nicht zuletzt auf Schwächen der Methodik. Meist sind die Forscher auf Selbstauskünfte der Patienten angewiesen, und die sind so notorisch unzuverlässig wie die Disziplin bei Tisch.

Solange nicht klar erfasst wird, was die Patienten wirklich essen und warum, wird man die Ergebnisse der Diätforschung als das schlucken müssen, was sie sind: wissenschaftliche Magerkost.

Lesen Sie dazu auch: Diätversprechen unter der Lupe: Weniger Fett heißt nicht weniger Pfunde

Mehr zum Thema

Freiwillige Selbstverpflichtung reicht Minister nicht

Özdemir will Lebensmittelproduzenten Reduktionsziele vorgeben

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Wo lang im Gesundheitswesen? Der SVR Gesundheit und Pflege empfiehlt mehr Richtungspfeile für alle Akteure.

© StefanieBaum / stock.adobe.com

Sachverständigenrat Gesundheit und Pflege

Gesundheitsweise empfehlen Primärversorgung für alle – und Quotierung der Weiterbildung

„Wenn die Politik Wissenschaftlern sagen würde, wir wollen dieses oder jenes Ergebnis, ist das Propaganda.“ Klaus Überla – hier im Treppenhaus seines Instituts – über Einmischungen aus der Politik.

© Patty Varasano für die Ärzte Zeitung

Interview

STIKO-Chef Überla: RSV-Empfehlung kommt wohl bis Sommer

Dr. Iris Dötsch Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin und Ernährungsmedizinerin hat die Hauptstadtdiabetologinnen, eines neues Netzwerk für Frauen in der Diabetologie, gegründet.

© snyGGG / stock.adobe.com

Hauptstadtdiabetologinnen

Ein Netzwerk für Diabetologinnen