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Ärzte Zeitung online, 17.03.2017

Künstliche Befruchtung

Harte Arbeit lässt Eizellen schwinden

Je mehr schwere Lasten Frauen im Beruf bewegen müssen, umso weniger Eizellen lassen sich für eine künstliche Befruchtung gewinnen. Der inverse Zusammenhang ist bei hohem BMI und bei Frauen über 37 noch deutlicher.

Harte Arbeit lässt Eizellen schwinden

Bei 600 Frauen, die sich einer In-vitro-Fertilisation unterziehen wollten, untersuchten die Forscher die Zahl der antralen Follikel.

© Dmytro Sukharevskyy / fotolia.com

Von Peter Leiner

BOSTON. Den Zusammenhang zwischen einem körperlich belastenden Beruf und Parametern der ovariellen Reserve –also der Zahl der Follikel im Antrum – als Maß für die zu erwartenden Eizellen sowie den FSH-Spiegel im Blut haben US-Experten in der EARTH-Studie (Environment and Reproductive Health) genauer untersucht. Es handelt sich um eine noch laufende prospektive Kohortenstudie mit fast 600 Frauen, bei denen vor einer geplanten IVF am Massachusetts General Hospital Fertility Center die Zahl der antralen Follikel zwischen 2004 und 2015 bestimmt worden war (Occup Environ Med 2017, online 6. Februar).

Protokolle für ovarielle Stimulation

Wie Dr. Lidia Mínguez-Alarcón von der Harvard School of Public Health in Boston und ihre Kollegen berichten, konnten die Daten von 473 Frauen für die Analyse verwendet werden. Von ihnen hatten 66 Prozent mindestens einen neuen IVF-Zyklus.

Bei den Frauen, die sich einer IVF unterzogen, wurden drei unterschiedliche Protokolle zur ovariellen Stimulation angewendet. Um die Reifung der Oozyten anzuregen, wurde 35 bis 36 Stunden vor der geplanten Ei- Entnahme humanes Choriongonadotropin intramuskulär injiziert. Embryologen bestimmten die Gesamtzahl der gewonnenen Oozyten und deren Reifestadium.

Die Frauen mussten zudem mithilfe eines Fragebogens Angaben darüber machen, ob und wie stark sie in ihrem Beruf körperlich belastet und ob sie tagsüber, abends oder nachts tätig oder als Schichtarbeiterinnen beschäftigt waren. Zudem machten sie Angaben zu einer ganzen Reihe von Aspekten ihres täglichen Lebens, etwa über die durchschnittliche Wochenzeit, die sie mit Jogging, Schwimmen, Gartenarbeit oder auch sitzend im Beruf oder zu Hause verbringen.

80 Prozent der Frauen hatten früher bereits eine Fertilitätsuntersuchung. Weniger als die Hälfte (48 Prozent) hatte vor Aufnahme in die Studie eine Fertilitätsbehandlung.

Insgesamt 40 Prozent der Frauen gaben an, im Beruf schwere Lasten heben beziehungsweise bewegen zu müssen. 22 Prozent berichteten von einer moderaten bis schweren körperlichen Belastung, etwa auch durch schwere körperliche Arbeit. 91 Prozent der Frauen übten ihren Beruf ausschließlich tagsüber aus.

Weniger Eizellen und reife Oozyten

Die mediane Zahl der Antralfollikel in der Gesamtstudiengruppe lag bei zwölf (zwischen 8 und 17), die mediane Zahl bereits reifer Oozyten bei den 313 Frauen, die sich einer IVF unterzogen, bei neun (zwischen 6 und 12).

Aus der Studie geht hervor, dass Frauen, die angaben, im Beruf schwer körperlich belastet zu sein, im Vergleich zu Frauen ohne diese Belastung signifikant weniger Eizellen (um 1,0) beziehungsweise weniger reife Oozyten (um 1,4) hatten.

Bei der Berechnung berücksichtigten die Wissenschaftler unter anderem Alter, BMI, Infertilität und Bildungsstand. Und Frauen mit generell moderater bis schwerer körperlicher Anstrengung im Beruf hatten durchschnittlich 1,3 reife Oozyten weniger als jene mit nur leichter körperlicher Belastung. Schließlich wurden bei Studienteilnehmerinnen, die im Schichtdienst oder nur abends oder nur nachts arbeiteten, im Schnitt 2,3 reife Oozyten weniger gezählt als bei Frauen, die tagsüber tätig waren.

Der inverse Zusammenhang war bei Frauen mit einem BMI über 25 kg/m2 und im Alter über 37 Jahren etwas stärker. Einen Zusammenhang zwischen körperlicher Belastung und den FSH-Spiegeln am dritten Tag der Menstruation konnte nicht festgestellt werden.

Das gilt auch für die Östrogenspiegel (E2) als Marker für das Ansprechen auf die ovarielle Stimulation vor der Eizellgewinnung. Mínguez-Alarcón und ihre Kollegen weisen darauf hin, dass sich ihre Studienergebnisse nicht auf Frauen übertragen lassen, die auf natürlichem Weg schwanger werden wollen.

1,4 weniger reife Oozyten hatten Frauen, die angaben, im Beruf schwer körperlich belastet zu sein, im Vergleich mit Frauen ohne diese Belastung.

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