Ärzte Zeitung, 04.02.2004

Allergie-Kranke erhalten spät spezifische Immuntherapie

Studie zur Versorgung von Allergikern vorgestellt

BERLIN (gün). Menschen mit Allergien haben vor einer spezifischen Immuntherapie (SIT) oft schon mehrere andere Therapien erhalten. Dies geht aus den Ergebnissen der VAM-Studie (Versorgung allergiekranker Menschen) vom Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) in Berlin hervor.

Mehr als 10000 Patienten wurden in der Studie von 180 Ärzten befragt. Die Patienten hatten eine mäßige oder schwere Allergie auf die Inhalationsantigene Pollen, Hausstaubmilben-Kot, Schimmelpilze oder Tierhaare.

Die Auswertung der Antworten von 6791 Patienten, die erstmals eine SIT erhielten, sind von Hans-Dieter Nolting vom IGES auf einer Veranstaltung des Unternehmens Alk-Scherax vorgestellt worden.

Danach hatte ein Drittel der Patienten - zum Teil schon jahrelang - wegen einer allergischen Atemwegserkrankung andere Therapien als die SIT erhalten. Diese Behandlungen bewerteten die Patienten als wenig oder gar nicht wirksam, wie es auf der Veranstaltung hieß: 40 Prozent der Patienten gaben an, Behandlungen ohne SIT seien unwirksam gewesen, sechs Prozent sagten, die Symptome seien stark gelindert worden.

Von den Patienten, die eine SIT erhalten hatten, gaben wiederum nur sechs Prozent an, diese Therapie sei unwirksam, 43 Prozent dagegen stellten eine sehr gute Linderung der Symptome durch die Immuntherapie fest.

Wie in Berlin berichtet wurde, waren in der Studie etwa zwei Drittel der Patienten auf eigene Initiative zum Allergologen gekommen. Nur etwas mehr als 30 Prozent waren von ihrem Hausarzt überwiesen worden.

65 Prozent der Patienten waren der Ansicht, sie seien von früheren Ärzten nicht genügend über Therapiemöglichkeiten informiert worden. Und mehr als 85 Prozent der befragten Patienten resümierten, sie hätten eigentlich mit der SIT schon viel früher beginnen sollen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »