Ärzte Zeitung, 12.01.2004

Allergien nehmen stark zu

Jeder zehnte Mensch in Deutschland ist betroffen

KÖLN (dpa). Allergien haben in Deutschland in den vergangenen Jahren so stark zugenommen wie kaum eine andere Erkrankungsgruppe. Darauf wiesen Ärzte bei einem Fortbildungskongreß der Bundesärztekammer in Köln hin.

Vor 30 Jahren sei lediglich ein Prozent der Bevölkerung betroffen gewesen, derzeit seien es mehr als zehn Prozent, sagte Professor Alexander Kapp von der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Gründe für diese Zunahme seien unklar. Manche Kollegen vermuten einen Zusammenhang mit strengerer Hygiene, durch die das Immunsystem weniger trainiert wird.

Sehr viele Kinder litten unter Allergien: Im Durchschnitt säßen in jeder Schulklasse zwei Kinder mit Asthma und drei Kinder mit Neurodermitis. Allerdings werden nur zehn Prozent der allergiekranken Menschen in Deutschland richtig behandelt, wie Kapp betonte. Die Lebensqualität sei aber schlecht, wenn die Therapie bei starker Allergie nicht adäquat sei. Dabei halte die Medizin sehr gute Methoden bereit, etwa Kortison-Präparate zur Inhalation.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »