Ärzte Zeitung, 04.03.2004

"Selbstmedikation bei Allergien ist problematisch"

Asthma-Risiko ist erhöht

WEIMAR (hsr). Selbstmedikation berge für Allergiker gesundheitliche Risiken, warnt Professor Gerhard Schultze-Werninghaus. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie befürchtet dadurch mögliche Unter-, Über- oder Fehlbehandlungen. Seine Forderung: Die Behandlung von Allergikern gehört in die Hände von Ärzten!

"Allergien sind keine banalen, sondern ernst zu nehmende Krankheiten", sagte der Pneumologe von der Universitätsklinik Bergmannsheil in Bochum bei einem Pressesymposium in Weimar. Deshalb seien für Allergiker sowohl ärztliche Beratung als auch Wahl der geeigneten Medikamente durch den Arzt unverzichtbar.

Wie der Allergologe auf der Veranstaltung des Unternehmens Essex Pharma, das Desloratadin (Aerius®) als Antiallergikum der dritten Generation anbietet, berichtet hat, ist die Behandlung bei Selbstmedikation oft nicht ausreichend. Ein Grund sei etwa die falsche Selbsteinschätzung der Patienten. Bei allergischer Rhinitis erhöhe sich so das Risiko der Krankheitsprogredienz mit Etagenwechsel zum Asthma bronchiale.

Auch der Übergang zu einer chronischen polypösen Rhinopathie oder Kieferhöhlenerkrankung sei möglich. Zudem drohten Ausfallerscheinungen wie Konzentrationsstörungen, Leistungsabfall und Schlafapnoe-ähnliche schlafbezogene Atemstörungen. Das belegten Daten im aktuellen "Weißbuch Allergie" deutscher allergologischer Fachgesellschaften (die "Ärzte Zeitung" berichtete) und der internationalen WHO-Leitlinie ARIA (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma).

Topics
Schlagworte
Allergien (1107)
Organisationen
WHO (2895)
Krankheiten
Allergien (2966)
Wirkstoffe
Desloratadin (29)
Personen
Gerhard Schultze-Werninghaus (25)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »