Ärzte Zeitung, 14.07.2005

Vorteil für modernes Antihistaminikum

Desloratadin lindert nasale Kongestion auch morgens nach dem Aufwachen

MÜNCHEN (bkr). Allergische und andere Erkrankungen der oberen Atemwege haben häufig einen gemeinsamen Nenner, nämlich die Entzündung und damit verbunden das Symptom Kongestion. Bei beidem kann mit topischen Kortikoiden sowie mit modernen Antihistaminika erfolgreich behandelt werden.

Hasel- und Erlenpollen unterm Elektronenmikroskop. Bei Allergikern führen sie häufig zu einer nasalen Kongestion. Foto: Wiedemann

Die nasale Kongestion ist ein wesentliches Symptom vieler Erkrankungen der oberen Atemwege, die alle eine entzündliche Komponente als Pathomechanismus aufweisen. Daran hat Professor Jean Bousquet aus Montpellier in Frankreich beim Welt-Allergie-Kongreß in München erinnert.

Bei den häufigsten dieser Erkrankungen - der allergischen Rhinitis, der akuten und chronischen Sinusitis und Nasenpolypen - geht es daher therapeutisch vor allem um die Entzündungshemmung. Therapie-Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität, die nach einer aktuellen Umfrage durch die nasale Kongestion stark beeinträchtigt ist.

Vor allem bei der Pollen-bedingten allergischen Rhinitis werden Antihistaminika wie das nicht-sedierende Desloratadin (Aerius®) eingesetzt. Desloratadin hemmt die Histaminausschüttung aus den Mastzellen und unterbindet die Freisetzung wichtiger Entzündungsmediatoren.

Im Gegensatz zu anderen H1-Blockern wird die nasale Kongestion, besonders auch morgens nach dem Aufwachen, gemindert, sagte Professor Marek L. Kowalski aus Lodz in Polen bei einem von Essex Pharma unterstützten Symposium.

Bei den schwereren und chronischen allergischen Rhinitiden bieten sich nasale Kortikoide wie Mometason (Nasonex®) an. Das Kortikoid habe ausgeprägte entzündungshemmende Eigenschaften, schädige aber die Nasenschleimhaut nicht, auch nicht in der Langzeitanwendung, so Professor Eli O. Meltzer aus Pennsylvania in den USA.

Es mehren sich auch die Hinweise, daß Mometason bei akuten Rhinosinusitiden zusätzliche Therapiemöglichkeiten eröffnet, sei es adjuvant zu Antibiotika gegeben (bei infektiöser Genese) oder auch in der Monotherapie. Eine Mometason-Monotherapie kann auch bei chronischer Rhinosinusitis erwogen werden.

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