Ärzte Zeitung, 11.11.2005

Keine Haustiere für Kinder mit Allergien?

MÜNCHEN (sto). Wer Allergien und Asthma vermeiden will, sollte auf Katzen und Hunde im Haushalt verzichten, so die Empfehlungen der meisten Fachgesellschaften. Ganz so eindeutig ist die Studienlage aber gar nicht.

"Für Kinder ist der Verzicht auf Haustiere schwer einsehbar, und manche Eltern wechseln lieber den Arzt, als ihr Haustier abzugeben." Das sagte Dr. Joachim Heinrich vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit bei einem Symposium des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in München.

Die Empfehlung, Haustiere bei bestehender Allergie zu meiden, könne jedoch nicht einfach auf die Prävention von Asthma übertragen werden, sagte Heinrich. So hätten Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen und häufig mit Stall- und Haustieren spielen, weniger Asthma und seien seltener allergisch sensibilisiert. Das treffe offensichtlich auch auf Haustiere zu.

Eine Katze im Haus bei Geburt des Kindes habe nicht unbedingt später eine Katzenallergie zur Folge. Möglicherweise schütze Hunde- oder Katzenhaltung in Haushalten mit Kleinkindern diese sogar vor Asthma und Heuschnupfen.

Kontrovers werde allerdings die These eines amerikanischen Allergologen diskutiert, wonach hohe Expositionen mit Katzenallergenen eine klinische Toleranz durch eine modifizierte Th2 Immunantwort über IgG4 anstatt über IgE erzeuge, so Heinrich. Die These, daß "Katzen vor Asthma schützen", sei denn doch zu gewagt, meinte er. Die Studien ließen viele Fragen unbeantwortet.

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