Ärzte Zeitung, 20.06.2007

Sonnenallergie - auch Autofahrer sind nicht gefeit

RÖDERMARK (ddp). Haben Patienten Bläschen, rote Flecken und Juckreiz, ohne direkt in der Sonne gewesen zu sein, steckt manchmal trotzdem eine Sonnenallergie dahinter. Denn auch nach einer Autofahrt bei gutem Wetter treten die Symptome auf.

Meist wird eine Sonnenallergie durch UVA-Licht verursacht, und das dringt selbst durch Fensterglas. UVB-Licht dagegen, der Auslöser für Sonnenbrand, hat für die Allergie kaum Bedeutung, so Dr. Erik Senger aus Rödermark. Die genauen Ursachen für eine Sonnenallergie sind nicht bekannt. "Vermutlich aktivieren die UV-Strahlen im Körper freie Radikale und rufen so eine Immunreaktion hervor", sagte der Hautarzt.

Kollegen sollten Patienten mit Sonnenallergie zu Sonnenkreme mit hohem Lichtschutzfaktor raten, empfahl Senger. Außerdem seien Antihistaminika und Kortison-Präparate wirksam. Langfristig ist eine Therapie beim Hautarzt sinnvoll. Denn täglich erhöhte Dosen UVA-Licht härten die Patienten innerhalb von einigen Wochen ab.

Bei der Differenzialdiagnose sei an Neurodermitis zu denken, sagte Senger. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente begünstige bei UV-Strahlung Hautausschläge.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »