Ärzte Zeitung, 04.02.2008

Allergie täuscht oft Virusinfekt vor

Anhaltender Schnupfen deutet auf Allergie /  Haut- und Labortests helfen weiter

NEU-ISENBURG (ikr). Wenn jetzt Patienten über hartnäckigen Schnupfen klagen, kann eine Pollenallergie die Ursache sein. Auch wenn der Pollenflug von Hasel und Erle derzeit noch schwach ist, ist wieder mit den typischen Allergie-Symptomen bei Patienten zu rechnen.

 Allergie täuscht oft Virusinfekt vor

Hasel- und Erlenpollen im Elektronenmikroskop. Sie sind derzeit häufiger Auslöser von Allergien.

Foto: wid

"Bei vermeintlichen grippalen Infekten, die sich nach acht bis zehn Tagen nicht gebessert haben, sollte geklärt werden, ob nicht eine Pollenallergie die Ursache ist", rät Professor Ludger Klimek aus Wiesbaden. Bei immerhin 10 bis 20 Prozent der Patienten, bei denen sich Symptome wie Schnupfen und Augentränen nicht nach spätestens zehn Tagen deutlich verringert hätten, liege eine Pollenallergie vor, sagte der Allergologe der "Ärzte Zeitung".

Wichtige Unterscheidungsmerkmale: Grippale Infekte gehen häufig mit Fieber, eitrigem Sekret und geschwollenem Lymphgewebe einher. Bei Allergien sei Fieber jedoch selten, so Klimek. Und: Patienten mit Heuschnupfen klagen häufig über Juckreiz in Nase und Augen. Erhärten lässt sich die Diagnose durch Hauttests wie dem Prick-Test und Labortests, etwa auf spezifische IgE-Antikörper im Blut.

Bei der Pollenallergie genügen oft moderne Antihistaminika und Kortikoid-Nasensprays. Benötigen die Patienten zunehmend auch orale Kortikoide oder treten erste bronchiale Symptome auf, raten Experten zur spezifischen Immuntherapie. Zumindest bei Gräserpollenallergie kann jetzt noch eine Desensibilisierung gestartet werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »