Ärzte Zeitung online, 24.04.2008

Heparin - 31 Meldungen schwerer Nebenwirkungen in Deutschland

BONN (dpa). Der verunreinigte Gerinnungshemmer Heparin aus China hat in Deutschland in mindestens 31 Fällen zu schweren Nebenwirkungen geführt. Das teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Donnerstag in Bonn mit.

Seit Rücknahme der betroffenen Arzneimittelchargen und Einführung einer verschärften Prüfung seien keine weiteren Berichte über derartige Reaktionen eingegangen. Durch die neuen Prüfvorschriften sei die Heparin-Versorgung nicht gefährdet.

Verunreinigtes Heparin aus China ist mittlerweile in elf Ländern aufgetaucht. In den USA wurden 81 Todesfälle gemeldet, die dem BfArM zufolge auf die Anwendung des verunreinigten Medikaments zurückgeführt werden.

Das aus Schweinedärmen gewonnene Heparin wird unter anderem bei der Dialyse und bei Herzoperationen eingesetzt. Es soll die Blutgerinnung verhindern. Den verunreinigten Produkten ist laut BfArM ein billigerer Wirkstoff (übersulfatiertes Chondroitinsulfat) beigemischt worden. Er könne Allergien, Atemprobleme, Übelkeit, Erbrechen und einen starken Blutdruckverlust auslösen, im schlimmsten Fall sogar einen tödlichen Schock.

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