Ärzte Zeitung, 16.07.2008

Immuntherapie mit Wespengift: Viel hilft viel!

Mastozytose-Patienten benötigen hohe Erhaltungsdosis zur Hyposensibilisierung

NEU-ISENBURG (ikr). Eine spezifische Immuntherapie (SIT) über drei bis fünf Jahre schützt mehr als 80 Prozent der Patienten mit Wespen- oder Bienengift-Allergie vor systemischen Reaktionen. Bei Mastozytose-Patienten ist eine lebenslange SIT sinnvoll.

Jährlich meldet das Statistische Bundesamt etwa zehn bis 20 Todesfälle infolge von Stichreaktionen in Deutschland. Und die Dunkelziffer ist wahrscheinlich hoch, vermuten Experten wie Privatdozentin Franziska Ruëff von der LMU München. Sie raten bei Patienten mit systemischer anaphylaktischer Stichreaktion und Nachweis einer IgE-vermittelten Sensibilisierung durch Hauttests zur subkutanen Immuntherapie.

Bei Wespengiftallergie reduziert die SIT das Risiko einer Allgemeinreaktion bei erneutem Stich auf 0 bis 5 Prozent, bei Bienengiftallergie auf 10 bis 20 Prozent. Bei den meisten Patienten genügt eine Erhaltungstherapie alle vier bis sechs Wochen über drei bis fünf Jahre, und zwar in einer Dosierung von 100 μg des Insektengifts.

Bei Versagen kann durch Dosissteigerung, etwa auf 200 μg, fast immer doch noch ein Therapieerfolg erzielt werden (Der Hautarzt 59, 2008, 200). Das gilt etwa für Patienten mit Mastozytose. Da die Wirksamkeit der SIT bei ihnen deutlich reduziert ist, raten die Experten zu einer Erhaltungsdosis von 200 μg von Anfang an.

Weil der Ausschluss einer Mastozytose schwierig sein könne, sollten alle Patienten mit erhöhter basaler Serumtryptasekonzentration (über 11,4 μg/l) wie solche mit Mastozytose behandelt werden. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie empfiehlt bei Patienten mit Mastozytose eine lebenslange SIT.

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