Ärzte Zeitung online, 30.07.2008

Bundesamt: Allergiepflanze Ambrosie bundesweit verbreitet

BONN (dpa). Die von Allergikern gefürchtete Beifußblättrige Ambrosie hat sich in ganz Deutschland ausgebreitet. Lange Zeit sei das hochallergene Traubenkraut nur vereinzelt vorgekommen, berichtete das Bundesamt für Naturschutz (BfN) am Mittwoch in Bonn.

In einer neuen BfN-Studie sei die aus Nordamerika stammende Pflanze jedoch bundesweit in 267 Landkreisen gefunden worden. Da die Ambrosie ein Problem für die menschliche Gesundheit und auch für einheimische Pflanzen sei, sollte ihre weitere Ausbreitung verhindert werden, sagte BfN-Präsidentin Professor Beate Jessel. Mit Kosten von bis zu 47 Millionen Euro jährlich im Gesundheitswesen sei die Ambrosie wohl "die teuerste Pflanze Deutschlands".

Die Pollen des Traubenkrauts (Ambrosia artemisiifolia), das äußerlich Beifuß-Gewächsen ähnelt, können nach Angaben der Freien Universität Berlin bis zu 100 Kilometer weit fliegen. Allein eine Pflanze kann demnach bis zu eine Milliarde Pollen ausstoßen. Bereits zehn Pollenkörner in einem Kubikmeter Luft reichten aus, um bei Allergikern eine Heuschnupfen-Attacke auszulösen.

Die in der BfN-Studie entdeckten, zumeist kleinen Bestände wachsen in Gärten, wohin sie etwa mit verunreinigtem Vogelfutter gelangen und von wo aus sie verwildern und sich in die freie Landschaft ausbreiten können. Potenziell sei ihre Ausbreitung neben den gesundheitlichen Risiken auch für den Naturschutz problematisch.

Auch Privatpersonen können laut BfN einen Beitrag gegen die Ausbreitung leisten, indem sie ihren Garten regelmäßig auf Ambrosia-Pflanzen kontrollieren und sie mitsamt der Wurzel ausreißen und im Hausmüll entsorgen. Vogelfreunde sollten die Wintervogelfütterung auf Flächen in ihrem Garten beschränken, die sie regelmäßig kontrollieren.

Die BfN-Studie steht auf www.neophyten.de

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[06.08.2008, 12:30:41]
Heinz Heisters 
Vom Winde verwehte Ambrosiapollen
Ambrosia-Pollen können laut Prof. Dr. Siegfried Jäger von der Medizinischen Universität Wien nicht nur 100 km, sondern 1.000 km und mehr verweht werden.
Kontakt:
Dr. Siegfried Jäger
Allergieambulanz
HNO-Klinik
Währinger Gürtel 18-20
A-1090 Wien
siegfried.jaeger@meduniwien.ac.at
+43 1 40400-3326
www.polleninfo.org
www.pollenwarndienst.at
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