Ärzte Zeitung, 02.12.2008

Training mit Allergie-Notfall-Sets tut not

Jede dritte schwere Anaphylaxie ereignet sich zu Hause / Aktuelle Registerdaten

BERLIN (ikr). Hausärzte können viel dazu beitragen, dass anaphylaktische Reaktionen nicht zum Tode führen. Wichtig ist vor allem, dass Allergie-Patienten mit Notfallsets versorgt sind und damit umzugehen wissen.

Jede dritte schwere Anaphylaxie ereignet sich zu Hause.

Foto: ill

Denn am häufigsten ereignen sich schwere anaphylaktische Reaktionen zu Hause. Das belegen erste Daten aus dem Anaphylaxie-Register im deutschsprachigen Raum (Allergo J 17, 2008, 550).

Innerhalb von zwölf Monaten wurden 236 schwere anaphylaktische Reaktionen mit Symptomen des Respirationstraktes oder des Herz-Kreislauf-Systems gemeldet. Zwei Reaktionen waren tödlich. Ein Kind starb an einer Erdnussallergie und ein Erwachsener an einer Insektengiftallergie. Über 30 Prozent der anaphylaktischen Reaktionen traten zu Hause auf. Bei jedem dritten Patienten war es nicht die erste Reaktion dieser Art.

"Diese Zahlen verdeutlichen die Wichtigkeit der Versorgung von Patienten mit einem Notfallset", so Professor Margitta Worm von der Charité in Berlin und ihr Team. Hier gibt es nach den Registerdaten aber noch große Unsicherheiten: Nur bei drei Prozent der anaphylaktischen Reaktionen wurde ein Notfallset von den Patienten selbst angewandt und zu einem Prozent von Angehörigen.

Und nur bei elf Prozent der schweren anaphylaktischen Reaktionen wurde Adrenalin gespritzt. Hier seien nicht nur die Patienten, sondern auch viele Kollegen noch zu zurückhaltend, so die Kollegen.

Mehr Infos zum Thema: www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/061-025.htm

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »