Ärzte Zeitung online, 21.01.2009

Wie viel Ruß ist im Feinstaub? Das klärt in Zukunft optische Messung in Echtzeit

BOCHUM (eb). Ingenieure der Laseranwendungstechnik an der Universität Bochum haben ein optisches Verfahren zur Bestimmung des Rußanteils im Feinstaub entwickelt. Damit gehören sie zu den Siegern im Wettbewerb "Transfer.NRW:PreSeed". Die Forscher werden jetzt vom Land mit 180 000 Euro unterstützt. Sie wollen ein Gerät entwickeln, das in Echtzeit nicht nur die Menge des Feinstaubs in der Luft, sondern vor allem auch den Rußanteil messen kann.

Es liegt was in der Luft - diese Tatsache ist unumstritten, seit es Feinstaubmessungen gibt. Was es aber genau ist, und wie hoch der Anteil schädlichen Rußes im Feinstaub ist, ist weitgehend unbekannt oder lässt sich nur in langwierigen Laboranalysen bestimmen.

Feinstaub an sich muss nicht unbedingt schädlich sein. Gewöhnlicher Hausstaub, Silikate, Reifen- und Bremsbelagabrieb, Sand und Pollen machen einen erheblichen Anteil aus. Nur ein mehr oder weniger kleiner Teil des Feinstaubs besteht aus Rußpartikeln, die beim Einatmen als besonders gefährlich gelten.

Will man also das Gefahrenpotenzial des Staubs messen, genügt es nicht, seine absolute Menge zu ermitteln, wie herkömmliche Messanlagen es können. Nasschemische Analysen des gesammelten Staubs können jedoch Tage in Anspruch nehmen - die Ergebnisse kommen zu spät, um noch angemessen darauf reagieren zu können.

Optische Messung bringt Ergebnisse in Echtzeit

Die optische Messanlage, die die Bochumer Forscher entwickeln, wird nahezu in Echtzeit Daten sowohl über die Menge des Staubs als auch über die Rußbelastung liefern. So lassen sich zum Beispiel tägliche Belastungsspitzen ermitteln und die Verkehrsführung anhand verlässlicher Daten kurzfristig anpassen. Am Ende der ersten Förderperiode soll ein Prototyp in Betrieb gehen. Eine Ausgründung ist geplant.

Webseite des Wettbewerbs:

www.innovation.nrw.de/forschung_technologiefoerderung/wettbewerbe/transfer_nrw/index.php

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