Ärzte Zeitung online, 06.03.2009

Akupunktur hilft Pollenallergikern - aber warum?

BERLIN (eb). Bereits im vergangenen Jahr haben Forscher der Berliner Charité herausgefunden, dass Akupunktur bei allergischer Rhinitis hilft. Warum und wie die Nadeln helfen, wollen sie nun in einem neuen Forschungsprojekt herausfinden.

In ihrer 2008 veröffentlichten Studie fand das Team und Professor Stefan Willich und Privatdozent Benno Brinkhaus deutliche Hinweise, dass Akupunktur die Heuschnupfenbeschwerden lindert. Mehr als 5000 Pollenallergiker hatten an dieser Untersuchung teilgenommen (Ann Allergy Asthma Immunol, 5, 2008, 535).

Die Teilnehmer litten unter typischen Symptomen wie Niesanfällen, Augenentzündungen und Atembeschwerden. Bei 80 Prozent aller Patienten stellte sich eine Besserung der Heuschnupfenbeschwerden ein. Zusätzlich berichteten die Betroffenen von einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität. Die Berliner Wissenschaftler schließen aus diesen Ergebnissen, dass Akupunktur für die Routineversorgung bei allergischer Rhinitis geeignet ist.

Willich war laut Mitteilung der Charité selbst von den Ergebnissen überrascht. Ihn habe besonders beeindruckt, dass sich bei Heuschnupfen ähnliche Ergebnisse zeigen wie bei chronischen Schmerzerkrankungen. Als nächstes wollen er und sein Team herausfinden, weshalb und wie die Akupunktur bei Heuschnupfenallergikern wirkt.

Bislang sei noch nicht klar, ob wirklich die Akupunkturnadeln für die Besserung der Symptome verantwortlich. Denn auch die intensive Beziehung zwischen Arzt und Patient während der Therapie könne die Heilung begünstigen. Für ihr kommendes Forschungsprojekt suchen die Berliner noch geeignete Probanden. Teilnehmen können Menschen im Alter zwischen 16 und 45 Jahren mit einer leichten oder mittelschweren Gräser- und Birkenpollenallergie. Informationen erhalten Interessierte unter 030/450 529 146.

Die aus der traditionellen chinesischen Medizin stammende Akupunktur findet weltweit immer größere Akzeptanz. Mittlerweile empfiehlt die WHO die Therapie bei rund 40 Krankheitsbildern, darunter auch Heuschnupfen.

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