Ärzte Zeitung, 18.03.2009

Positive Bilanz für Netzwerk schweres allergisches Asthma

Patienten profitieren von Vernetzung von niedergelassenen Ärzten und Allergiezentrum / Modell bereits an vielen Orten übernommen

BERLIN (gvg). Patienten mit schwerem allergischem Asthma (SAA) profitieren stark von der Vernetzung von niedergelassenen Ärzten mit dem Allergie-Centrum der Berliner Charité. An vielen anderen Orten wurde das Modell mittlerweile übernommen.

Das "Netzwerk SAA" in Berlin-Brandenburg wurde vor ziemlich genau einem Jahr mit Unterstützung des Unternehmens Novartis ins Leben gerufen. Viele niedergelassene Praktiker und Internisten kooperieren seither mit dem Allergie-Centrum der Charité: Sie überweisen Patienten mit schwerem allergischen Asthma oder Verdacht darauf an die Einrichtung und treffen sich regelmäßig mit den Experten zu Fallbesprechungen.

Netzwerk bald in Versorgungsleitlinie.

An der Charité machen die Experten die Diagnostik. Gegebenenfalls wird dann noch die Rezeptur des Anti-IgE-Antikörpers Omalizumab (Xolair®) übernommen, um die Budgets der Niedergelassenen zu entlasten. Dieses Konzept kommt an: "Bis zum 1. März 2009 wurden 56 Patienten bei uns vorgestellt, von denen bei 27 die Diagnose schweres allergisches Asthma bestätigt und eine Therapie mit Omalizumab begonnen wurde", betonte Professor Karl-Christian Bergmann von der Charité in Berlin.

Die Konsultation endet dabei keineswegs immer mit der Verordnung von Omalizumab. Es gab auch Patienten, denen nach der Diagnose schweres allergisches Asthma in Absprache mit dem jeweils behandelnden Arzt geraten wurde, zunächst die Katze abzuschaffen oder eine Raucherentwöhnung zu machen. "Wichtig ist uns, dass wir die niedergelassenen Kollegen beraten und niemandem Patienten wegnehmen", sagte Bergmann bei der vom Unternehmen Novartis unterstützten Veranstaltung.

Der Asthma-Experte berichtete, dass es mittlerweile analog strukturierte Netze in 20 Städten und Regionen deutschlandweit gebe. Selbst in eine medizinische Leitlinie findet der Netzwerkgedanke demnächst Eingang: Die SAA-Netze sollen nämlich in der zweiten Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie Asthma verankert werden.

Mehr Informationen zum "Netzwerk SAA" gibt es im Internet unter: www.netzwerk-saa.de

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