Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 26.02.2010

Später und heftiger Start in die Pollensaison

MÖNCHENGLADBACH (dpa). Jetzt beginnt die Zeit der verquollenen Augen und Schniefnasen: Zwar hat der lange Winter vielen von Heuschnupfen geplagten Menschen eine Schonzeit verschafft. Doch der Frühling steht vor der Tür. Die ersten Haselpollen sind in wärmeren Regionen Deutschlands schon in der Luft, und auch die Erle kommt langsam dazu.

Später und heftiger Start in die Pollensaison

Jetzt geht es wieder los: Die ersten Pollen fliegen. © seite3 / fotolia.com

"Jetzt könnte es mit Macht beginnen", sagt Biologin Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund DAAB. Die früh blühenden Bäume bescheren Millionen von Pollenallergikern die bekannten Symptome: Niesattacken, juckende Augen, Dauerschnupfen und Atemnot, in schweren Fällen auch Bronchialasthma. Schwalfenberg rät Betroffenen, für eine Diagnose zum Arzt zu gehen.

"Es ist ein Jahrgang gegen den Trend der letzten Jahrzehnte", sagt der Allergologe Dr. Horst Müsken aus Bad Lippspringe über den späten Start in die Heuschnupfenzeit. Denn die Pollensaison ist zuletzt immer länger geworden, mit einem immer früheren Auftakt und späteren Ende. Die Haselpollen, die derzeit im Westen der Republik zu fliegen beginnen, waren in milderen Wintern auch schon im Dezember unterwegs.

Vermutlich wird in diesem Jahr die Blüte von Hasel, Erle und Birke zeitweise parallel verlaufen. "Wir werden sehr viele Pollen haben", prophezeit Müsken, der auch im Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst ist. Es gebe eine Reihe von Menschen mit einer Disposition für einen Heuschnupfen, bei denen eine starke Einwirkung großer Mengen an Allergenen das Fass nun zum Überlaufen bringen könne.

Bundesweit gibt es etwa 20 Millionen Allergiker, mit steigender Tendenz. "Der Trend der Zunahme ist noch nicht gebrochen", sagt Müsken. Etwa die Hälfte der Allergien geht auf das Konto von Pollen. Litten früher die meisten Heuschnupfen-Kranken unter den Gräsern, so hat die Birke dicht aufgeholt. Ihre Pollen gelten als besonders aggressiv - und der Baum setzt in kurzer Zeit scharenweise Pollen frei.

Zur Pollenflugvorhersage des Deutschen Wetterdienstes

Zur Webseite des DAAB

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