Ärzte Zeitung online, 03.03.2010

Klimawandel: Allergiker müssen vermehrt leiden

BONN (dpa). Auch für Allergiker hat der Klimawandel in Deutschland negative Folgen: So gehört etwa die Beifuß-Ambrosie, deren Pollen zu den stärksten Allergieauslösern zählen, zu den Gewinnern des Klimawandels.

Die Beifuß-Ambrosie wird sich nach Angaben der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Professor Beate Jessel, in Deutschland weiter ausbreiten. Verlierer des Klimawandels sei hingegen der Kranich. Dessen Verbreitungsgebiet werde sich weiter nach Norden verschieben.

"Der durchschnittliche Artenreichtum wird weiter abnehmen", sagte Jessel am Rande einer zweitägigen Forschungskonferenz zum Thema "Biologische Vielfalt und Klimawandel".

Der Klimawandel bedeute auch eine Abkehr von einem allzu statischen Naturschutz und die Neuformulierung von Zielen. "Wollen wir diese Arten erhalten oder lassen wir der Natur ihren Lauf? Das ist auch ein gesellschaftlicher Diskurs", sagte BfN-Experte Horst Korn. Die Priorität müsse auf natürlichen Anpassungsprozessen liegen. Hinreichend große Schutzgebiete, räumliche Vernetzungen, zum Beispiel durch einen Biotopverbund, sowie eine nachhaltige Landnutzung seien die wichtigsten Faktoren, um die Widerstandskraft der Arten zu stärken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »