Ärzte Zeitung, 09.03.2012

Nickel-Allergie aus dem Büro

Nicht nur Oberflächenbeschichter und Kassierer haben so viel Nickel an ihren Händen, dass die für Allergiker kritische Konzentration oft überschritten ist. Bei Verkäufern und Büroangestellten ist die Nickelbelastung ähnlich hoch.

Nickel-Allergie aus dem Büro

Allergietest: Die Haut reagiert deutlich auf das applizierte Allergen.

© Andy Lidstone/fotolia.com

NEU-ISENBURG (BS). Dermatologen und Chemiker der Universität von Sheffield haben die Rolle von Nickel als Kontaktallergen im beruflichen Umfeld untersucht.

Dazu haben sie bei jeweils fünf Angehörigen verschiedener Berufsgruppen die Nickelkonzentration auf der Haut gemessen.

Die Testpersonen mussten Zeigefinger und Daumen der vorrangig genutzten Hand in ein Röhrchen mit destilliertem Wasser tauchen.

Die Nickelkonzentration wurde dann mit Hilfe der induktiv gekoppelten Plasma-Massenspektrometrie unter Berücksichtigung eines Korrekturfaktors ermittelt.

Erwartungsgemäß waren die Hände von Galvaniseuren am stärksten mit Nickel belastet (im Mittel 1,82 µg / cm2). Danach folgten Kassierer, Verkäufer, Gastronomen und Büroangestellte. Bei allen betrugen die Nickelkonzentrationen mehr als 0,035 µg / cm2 - ein Wert, bei dem jeder fünfte Nickelallergiker mit einer Dermatitis reagiert.

Werte bei den Friseuren niedriger

Die Nickelspiegel bei Zahnarzthelfern und Pflegekräften erreichten gerade den Schwellenwert und bedürfen daher nach Einschätzung der Studienautoren einer weiteren Klärung. Bei Friseuren dagegen lagen die Werte eindeutig unter der kritischen Grenze.

Ein Risiko für Nickelallergiker ergibt sich bei dem genannten Schwellenwert von 0,035 µg / cm2 erst bei wiederholter Exposition - die ja im Berufsleben in der Regel gegeben ist. Die Nickelkonzentration auf der Haut, die erforderlich ist, um bei einmaliger Exposition eine Kontaktallergie auszulösen, liegt deutlich höher.

Sie wurde in der britischen Studie ebenfalls ermittelt, per Finn-Kammer-Test auf dem Unterarm. Die minimal notwendige Konzentration beträgt demnach 5 µg / cm2.

Darauf hatten nach zwei Tagen sechs von 21 Personen reagiert, die zuvor per Epikutan-Test als Nickelallergiker identifiziert worden waren. Bei höheren Konzentrationen kam es zu einem dosisabhängigen Anstieg der Kontaktallergien.

Das Fazit der Autoren: Berufsbedingte Kontaktallergien auf Nickel riskieren prädisponierte Personen nicht nur, wenn sie am Arbeitsplatz mit Münzgeld hantieren, sondern möglicherweise auch, wenn sie in der Gastronomie oder in einem Büro angestellt sind.

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