Ärzte Zeitung online, 07.10.2016

Projekt "Wheatscan"

Sensitivität gegen Gluten: Wie kommt‘s?

MAINZ. Die Anzahl der von Glutensensitivität, Weizenallergie und Zöliakie betroffenen Menschen ist in den letzten Jahren stark gestiegen, teilt die Universitätsmedizin Mainz mit. Bestandteile des Weizens werden für das Chaos im menschlichen Körper verantwortlich gemacht.

Doch was genau führt zu der Kausalkette von Körpervorgängen, die in ihrer Gesamtheit das Krankheitsbild Weizenunverträglichkeit (NCWS) nach sich zieht? Dies ist die zentrale Frage des Forschungsprojekts Wheatscan, das die Leibniz-Gemeinschaft für die Dauer von drei Jahren mit 1,14 Millionen Euro fördert.

Zum Wheatscan-Forschungskonsortium zählen national und international führende Getreidechemiker, Pflanzenforscher, Bioinformatiker, Immunologen und Gastroenterologen.

Professor Detlef Schuppan, Direktor des Instituts für Translationale Immunologie (TIM), Universitätsmedizin Mainz. Zentrale Arbeitshypothese von Wheatscan ist, dass sich in den letzten 100 Jahren durch Züchtung neuer Sorten und moderne Anbaumethoden die Proteinzusammensetzung im Weizen verändert hat.

"Wir haben Grund zu der Annahme, dass moderne Sorten im Vergleich zu alten Sorten ein höheres immunstimulatorisches Potenzial aufweisen und somit die körpereigene Immunabwehr anregen. Dies wäre auch eine plausible Ursache dafür, warum immer mehr Menschen an Weizenunverträglichkeit leiden", wird Schuppan in der Mitteilung zitiert. (eb)

Topics
Schlagworte
Allergien (1117)
Gastroenterologie (875)
Organisationen
TIM (7)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »