Medizinische Hochschule Hannover

MHH-Allergiezentrum versorgt interdisziplinär

Das Allergiezentrum der MHH wurde 2016 als eines der ersten Zentren als Comprehensive Allergy Center zertifiziert. Jetzt wurde es für weitere drei Jahre rezertifiziert.

Veröffentlicht:

HANNOVER. Ein Viertel der Deutschen leidet mittlerweile an einer allergischen Erkrankung – und die Zahl der Betroffenen nimmt weiter zu. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen werde jedoch medizinisch adäquat betreut, berichtet die Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) aus Anlass der Rezertifizierung ihres interdisziplinäres Allergiezentrums.

Das Allergiezentrum als Anlaufstelle sowohl für Patienten wie auch für Fachärzte biete Behandlungen auf hohem Niveau und sei nun bereits zum zweiten Mal als Comprehensive Allergy Center (CAC) bestätigt worden, heißt es in einer Mitteilung der MHH. „Einem hohen Erkenntniszuwachs durch Forschung im Bereich der Immunologie und Allergologie, aber auch der betroffenen Disziplinen für Atemwegs, Haut- und Magen-Darm-Erkrankungen, stehen in Deutschland eklatante Mängel in den Versorgungsstrukturen gegenüber“, wird dazu Professor Bettina Wedi, Vorsitzende des MHH-Allergiezentrums zitiert.

Die medizinische Versorgung von Betroffenen sei bundesweit leider nicht standardisiert und unterscheide sich qualitativ, so Wedi. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, hat sich 2014 das Netzwerk allergologischer Referenzzentren (Comprehensive Allergy Center, CAC) gegründet. Die Gründung des Netzwerks gehe auf die Initiative der medizinischen Fachgesellschaften Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie e. V. (DGAKI), Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und Deutsche Gesellschaft für Pneumologie (DGP) zurück. Diese Fachgesellschaften nehmen auch die Zertifizierungen der Zentren zu CAC vor.

„Die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Kliniken und Institute ermöglicht eine optimale Behandlung, da Allergien häufig verschiedene Organe betreffen, beispielsweise die Haut, die oberen Atemwege, die Lunge, den Magen-Darm-Trakt und das Kreislaufsystem, “so Wedi. Von der fächerübergreifenden Behandlung nach aktuellen Leitlinien profitierten besonders Patienten mit komplexen und schweren Allergien, bei denen eine teil- oder vollstationäre Diagnostik und Therapie erforderlich sei. (run)

Mehr zum Thema

Allergen-spezifische Immuntherapie

Zu viele Insektengiftallergien unbehandelt

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Neues Allergiezentrum am UKSH in Kiel

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Wo lang im Gesundheitswesen? Der SVR Gesundheit und Pflege empfiehlt mehr Richtungspfeile für alle Akteure.

© StefanieBaum / stock.adobe.com

Sachverständigenrat Gesundheit und Pflege

Gesundheitsweise empfehlen Primärversorgung für alle – und Quotierung der Weiterbildung

„Wenn die Politik Wissenschaftlern sagen würde, wir wollen dieses oder jenes Ergebnis, ist das Propaganda.“ Klaus Überla – hier im Treppenhaus seines Instituts – über Einmischungen aus der Politik.

© Patty Varasano für die Ärzte Zeitung

Interview

STIKO-Chef Überla: RSV-Empfehlung kommt wohl bis Sommer

Dr. Iris Dötsch Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologin und Ernährungsmedizinerin hat die Hauptstadtdiabetologinnen, eines neues Netzwerk für Frauen in der Diabetologie, gegründet.

© snyGGG / stock.adobe.com

Hauptstadtdiabetologinnen

Ein Netzwerk für Diabetologinnen