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Ärzte Zeitung, 12.01.2004

Bei neuem Inhalationssystem können Patienten nichts falsch machen

Mechanischer Vernebler läßt Zeit, ruhig zu inhalieren / Geeignet bei Asthma und COPD

INGELHEIM (hsr). Das neue Inhalationssystem Respimat® Soft Inhaler, das rein mechanisch funktioniert, vermindert nach Angaben des Allgemeinmediziners Dr. Thomas Hausen aus Essen das Risiko für Fehler bei der Inhalation auf ein Minimum. Nur drei Arbeitsschritte sind nötig: Gerät drehen, Verschlußkappe hochklappen und auslösen.

"Die Patienten können nichts mehr falsch machen, und sie haben genügend Zeit, in aller Ruhe zu inhalieren", sagte Hausen in Ingelheim bei der Einführungsveranstaltung des Gerätes. Denn der Wirkstoff wird nach seinen Angaben sehr langsam, allein durch die Kraft einer gespannten Feder, über etwa 1,2 Sekunden freigesetzt, "sechsmal so lang wie bei Treibgas getriebenen Dosieraerosolen", berichtete Hausen.

Die Aerosolwolke halte lange an. "Genau das sind Voraussetzungen dafür, damit die Patienten die Substanz im Einatemstrom optimal tief inhalieren können", sagte der Allgemeinmediziner auf der Veranstaltung von Boehringer Ingelheim. Das Unternehmen bringt das neue Inhalationssystem mit seinem Kombinationspräparat Berodual® (Fenoterol plus Ipratropium) am 15. Januar auf den deutschen Markt.

So funktioniert der neue Inhalator: Eine halbe Drehung des Unterteils spannt das Gerät. Die Dosierkammer füllt sich mit Wirkstofflösung, die Verschlußkappe wird hochgeklappt, Druck auf den Dosierknopf löst das Gerät aus. Kernstück des handbetriebenen, treibgasfreien, mechanischen Verneblers ist die mit Mikrochiptechnik hergestellte Düse, die zwei sehr feine aufeinander treffende Flüssigkeitsstrahlen und so die Medikamentenwolke produziert.

Der hohe Feinanteil der Aerosolpartikel - 70 Prozent sind kleiner als 5,8 Mikrometer - und die geringe Geschwindigkeit der Tröpfchen verbessern die intrapulmonale Deposition des Wirkstoffs. Diese beträgt nach Ergebnissen szintigraphischer Messungen im Mittel 39 Prozent verglichen mit elf Prozent bei treibgasgetriebenen Dosieraerosolen.

Hausen hält das Gerät grundsätzlich für alle Asthmatiker und Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) für geeignet. Hausen: "Ich habe viele bettlägerige Patienten, die die Koordination mit Dosieraerosolen nicht schaffen." Das neue Gerät brauche ihnen beim Einatmen nur an den Mund gehalten zu werden, "und sie kriegen zumindest einen Teil der Substanz in die Lunge". Auch gebe es immer wieder Patienten, die mit Pulverinhalatoren husteten. Die Feuchtvernebelung mit dem innovativen System verhindere den Hustenreiz.

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