Ärzte Zeitung, 30.01.2004

Reflux-Therapie dämpft Asthma auch bei Kindern

Studie mit fünf- bis zehnjährigen Kindern / Säurehemmung reduziert Bedarf an Asthma-Medikamenten

NEW ORLEANS (mal). Bei Asthma bronchiale sollte immer auch auf Reflux-Symptome geachtet werden. Auch auf eher untypische Symptome wie Thoraxschmerzen, Globusgefühl oder Räusperzwang. Eine probatorische Reflux-Therapie kann dann die Asthma-Symptome und den Arzneimittel-Verbrauch positiv beeinflussen. Auch für Kinder trifft das zu, haben US-Forscher beobachtet.

Bei Erwachsenen ist bekannt, daß Asthma und Reflux oft assoziiert sind, und eine probatorische Therapie mit Protonenpumpenhemmern auch das Asthma mindern kann.

Eine solche probatorische Therapie scheint nach derzeitigem Wissensstand vor allem dann indiziert, wenn die konventionelle Asthma-Therapie nur unzureichend wirkt. Forscher um Professor Vikram Khoshoo aus New Orleans haben den positiven Effekt einer Reflux-Therapie auch bei Kindern mit Asthma bestätigt.

Die Wissenschaftler haben bei 46 fünf- bis zehnjährigen Kindern mit Asthma eine ösophageale pH-Metrie gemacht. 59 Prozent hatten pathologische Befunde. Fand dann eine Therapie mit einem Protonenpumpenhemmer plus einem Prokinetikum statt, kam es zu einer signifikanten Minderung des Bedarfs an kurz- und langwirksamen Bronchodilatatoren sowie an inhalierten Kortikoiden (Chest 123, 2003, 1008).

Alle so behandelten Kinder brauchten so weniger als die Hälfte der vor der Anti-Reflux-Therapie benötigten Arznei. Bei zwei Kindern, die trotz fehlender Reflux-Symptome so behandelt wurden, hatte die Therapie ähnlich positive Effekte.

Die US-Forscher weisen darauf hin, daß weitere Studien nötig sind, um zu erfahren, welche Kinder mit Asthma am ehesten von einer Anti-Reflux-Therapie profitieren, und ob für den Therapieerfolg auch auf die Kombination mit einem Prokinetikum verzichtet werden kann, also - wie bei Erwachsenen - ein Protonenpumpenhemmer allein reicht.

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