COPD

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Übersicht COPD - Diagnostik, Prävention und Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 03.09.2004

Tiotropium eignet sich besonders gut zur Langzeittherapie bei COPD

Typische Lungenüberblähung der Patienten nimmt ab / Kein Toleranzeffekt

MÜNCHEN (sto). Für die Dauerbehandlung bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) hat das langwirksame Anticholinergikum Tiotropium nach Angaben des Pneumologen Dr. Thomas Voshaar Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Substanzen. Es eigne sich daher zur Primärtherapie.

Den internationalen Therapieempfehlungen der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) zufolge sollten lang wirksame Bronchospasmolytika, also langwirksame Anticholinergika oder Beta-2-Mimetika, ab einem mittelschweren Krankheitsgrad angewendet werden, erinnerte Voshaar. Tiotropium (Spiriva®) sei eigens für die COPD entwickelt worden und wirke über 24 Stunden. Ältere Wirkstoffe aus dieser Gruppe müßten mindestens viermal pro Tag inhaliert werden, so der Pneumologe bei einer Veranstaltung von Pfizer und Boehringer Ingelheim in München.

Tiotropium verringere die für COPD typische Lungenüberblähung, sagte Voshaar. Dieser Effekt sei auch noch nach einem Jahr nachweisbar. Und es gebe keinen Toleranzeffekt wie etwa bei Betamimetika.

Nachdrücklich sprach Voshaar sich für eine möglichst frühzeitige medikamentöse Behandlung von Patienten mit COPD aus. Hier gebe es jedoch noch erheblichen Nachholbedarf, da die Mehrzahl der Patienten erst in einem fortgeschrittenen Stadium mit schwerer Dyspnoe erkannt würden.

Als Basistherapie für die Dauerbehandlung sei primär das langwirksame Anticholinergikum Tiotropium zu empfehlen, das bei weiter fortschreitender Erkrankung mit einem langwirksamen Beta-2-Mimetikum kombiniert werden könne. Bei sehr schwerer Erkrankung oder bei häufigen Exazerbationen sollten zusätzlich inhalative Glukokortikoide verordnet werden.

Für Tiotropium sprächen gut meßbare eindrucksvolle Ergebnisse bei den Lungenfunktionsmessungen, berichtete der niedergelassene Pneumologe Dr. Hans-Peter Dirks aus Hannover. Die Lungenüberblähung gehe durch die Therapie deutlich zurück. Und die Parameter der Lungenfunktion zeigten eine Reversibilität der COPD an, die es bisher nur beim Asthma bronchiale gegeben habe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »