COPD

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Modul: Übersicht COPD - Diagnostik, Prävention und Therapie

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Ärzte Zeitung, 21.07.2004

COPD-Kranke brauchen möglichst frühe Therapie

Raucher profitieren von regelmäßiger Spirometrie

MÜNCHEN (sto). Jeder Raucher oder Ex-Raucher sollte konsequent von seinem Arzt nach Auswurf, Husten und Atemnot gefragt werden. Das empfiehlt der Allgemeinarzt Dr. Henning Peiseler aus Remscheid seinen Kollegen. Jedem Raucher ab 40 biete er zusätzlich einmal im Jahr eine Spirometrie an, berichtete Peiseler.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) werde in Deutschland nach wie vor häufig übersehen, begründete Peiseler sein Vorgehen. Zwar seien etwa drei Millionen COPD-Patienten diagnostiziert, die meisten der Betroffenen seien aber noch nicht erkannt, weil Symptome wie Auswurf, Husten und Atemnot vom Patienten bagatellisiert und vom Arzt nicht wahrgenommen würden, sagte Peiseler bei einer Pressekonferenz von Pfizer und Boehringer Ingelheim in München.

Peiseler räumte ein, daß die Spirometrie finanziell wenig lukrativ sei. Dennoch sei eine solche Untersuchung wichtig. Da die Häufigkeit von Lungenerkrankungen in den nächsten Jahren weiter dramatisch steigen werde, sollte die Früherkennung künftig besser honoriert werden und die Spirometrie fester Bestandteil jeder Gesundheitsuntersuchung sein, forderte der Remscheider Allgemeinarzt.

Für den Hausarzt, der die Diagnose oder Verdachtsdiagnose COPD gestellt hat, fange dann die eigentliche Arbeit erst an, da die Patienten erfahrungsgemäß meist wenig einsichtig seien. "COPD-Patienten passen sich an ihre reduzierte Belastbarkeit an und werden zu Aufzugbenutzern. Für sie sind Husten und Auswurf selbstverständlich", sagte Peiseler.

Durch die Verordnung des langwirksamen Anticholinergikums Tiotropium (Spiriva®) lasse sich vor allem die Atemnot deutlich reduzieren und die körperliche Belastbarkeit steigern, berichtete Peiseler. Entschieden widersprach er der Auffassung, so lange der Patient nicht mit dem Rauchen aufhöre, könne man nichts machen. Mit der Behandlung müsse möglichst früh begonnen werden, forderte er. Zu warten, bis der Patient in einem Stadium fortschreitender Belastungsatemnot sei, die ihn an der Verrichtung auch einfachster Dinge des täglichen Lebens hindere, sei nihilistisch.

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