Ärzte Zeitung, 26.08.2004

Studie prüft, ob Levocetirizin Asthma vorbeugt

AMSTERDAM (hsr). Schulkindern mit perennialer allergischer Rhinitis (PAR) hilft Levocetirizin rasch und wirksam gegen die typischen Symptome wie Niesen, triefende, juckende Nase und Augen-Pruritus. In einer großen Studie wird jetzt geprüft, ob sich mit dem Antihistaminikum bei Kleinkindern mit Neurodermitis zudem das Risiko für Asthma senken läßt.

PAR könne die Lebensqualität von Kindern - vor allem auch Konzentration und Lernen - stark beeinträchtigen, so Professor Paul C. Potter vom Groote Schuur Hospital in Kapstadt. Daß Levocetirizin bei Sechs- bis 14jährigen mit PAR rasch und wirksam die Symptome lindert und zugleich gut verträglich ist, hat eine kontrollierte Phase-III-Studie ergeben. Die Ergebnisse sind beim 23. Kongreß der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie in Amsterdam vorgestellt worden.

306 Kinder mit PAR erhielten über vier Wochen täglich einmal 5 mg Levocetirizin (Xusal®) oder Placebo. Die Verbesserung im Symptomen-Score lag nach einem Monat im Mittel um 46 Prozent höher als mit Placebo. Ebenso deutlich stieg der Lebensqualitäts-Index in der Verumgruppe sowohl in Bezug auf die abnehmenden Beschwerden in Nase und Augen als auch bezogen auf die dadurch gesteigerten alltäglichen Aktivitäten.

Ähnlichen Erfolg erhofft sich Professor Ulrich Wahn von der Charité in Berlin auch von der noch bis 2006 laufenden EPAAC (Early Prevention of Asthma in Atopic Children)-Studie. Denn 70 bis 80 Prozent der Kleinkinder mit atopischer Dermatitis entwickelten später Asthma, so Wahn auf einem Symposium des Unternehmens UCB.

In der prospektiven, randomisierten, doppelblinden, multizentrischen Untersuchung, an der sich zehn EU-Länder sowie Australien und Südafrika beteiligen, werden 514 ein- bis zweijährige Kinder mit atopischem Ekzem über eineinhalb Jahre zweimal täglich mit 0,125 mg/kg Körpergewicht Levocetirizin oder Placebo behandelt. Geprüft wird etwa, ob sich mit dem selektiven H1-Rezeptorenblocker Asthma verhindern oder die Häufigkeit und Schwere der Asthma-Symptomatik verringern läßt.

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