Ärzte Zeitung, 20.09.2004

Viele Asthma-Patienten unterschätzen, wie nötig sie Arzneien brauchen

80 Prozent der Betroffenen stark im Alltag eingeschränkt

GLASGOW (aw). Viele Asthma-Patienten sind durch ihre Erkrankung im Alltag stark eingeschränkt und unterschätzen das. Dabei könnte eine konsequente Therapie etwa mit einer Kombination aus inhalativem Glukokortikoid plus Salmeterol zum Beispiel die Exazerbationenshäufigkeit deutlich senken.

Viele Ärzte und Patienten schätzen den Schweregrad einer Asthma-bronchiale-Erkrankung als zu niedrig ein, so Professor Jean Bousquet aus Montpellier in Frankreich. Schon eine geringfügige Verbesserung der Symptomatik, etwa kein nächtliches Erwachen mehr, stellt viele Patienten bereits zufrieden, betonte Bousquet bei einer Veranstaltung von Glaxo-SmithKline bei der Tagung der European Respiratory Society (ERS).

Die schon 1992 verabschiedeten internationalen Therapieziele der Global Initiative for Asthma (GINA) sehen jedoch vor, daß Asthmapatienten nur minimale (oder gar keine) Symptome, annähernd normale PEF (peak exspiratory flow, maximaler Ausatemfluß)-Werte und kaum Exazerbationen haben sollten. In der täglichen Praxis aber werden diese Ziele nur bei sehr wenigen Patienten erreicht. Neue Studienergebnisse belegen, daß etwa 80 Prozent der Asthmapatienten starke Einschränkungen der Alltagsaktivitäten haben.

Wie die jetzt auf dem ERS-Kongreß vorgestellte EXCEL-Studie (EXacerbation Control Evaluated in an 6 month Long-Study) mit mehr als 1000 Patienten ergeben hat, kann eine sechsmonatige Therapie mit der Kombination aus dem inhalativen Glukokortikoid Fluticason und dem lang wirksamen Beta-2-Sympathomimetikum Salmeterol (Viani®) die Zahl der Exazerbationen signifikant reduzieren.

Mit der Kombination Fluticason/Salmeterol war die Zahl der mittelschweren und schweren Exazerbationen um 57 Prozent niedriger als mit der Vergleichsmedikation aus Budesonid und Formoterol.

"Die Resultate dieser Studie belegen, daß es möglich ist, die Zahl der Exazerbationen durch eine konsequente und dauerhafte Therapie nachhaltig zu senken", so Professor Ronald Dahl aus Aarhus. Wichtig sei allerdings die regelmäßige Anwendung des Medikaments über einen längeren Zeitraum.

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