Ärzte Zeitung, 01.02.2005

Gute Compliance lohnt sich für Asthma-Patienten

Werden Kortikoide regelmäßig inhaliert, halbiert sich Zahl der Klinikaufenthalte / Weniger orale Kortikoide nötig

DETROIT (ikr). Für Patienten mit persistierendem Asthma bronchiale empfehlen Experten inhalative Kortikoide als Dauertherapie. Wie wichtig es ist, die Patienten hierbei gut bei der Stange zu halten, belegen neue US-Studiendaten: Bei guter Compliance läßt sich die Zahl der Klinikaufenthalte wegen asthmatischer Beschwerden mehr als halbieren.

Nahezu 50 Prozent der Patienten in der US-Studie hatten die inhalativen Kortikoide (ICS) nach Vorschrift angewendet (J Allergy Clin Immunol 114, 2004, 1288). Bei Patienten mit guter Compliance waren die Rate der Behandlungen in Notfallambulanzen und der Verbrauch an oralen Kortikoiden signifikant geringer als bei Patienten mit schlechter Compliance.

Außerdem: Mit jeder Zunahme der Tage ohne Kortikoid-Inhalation um 25 Prozent verdoppelt sich die Rate der Asthma-bedingten Klinikeinweisungen. Konkret: Während der Studie gab es 80 Klinikaufenthalte aufgrund asthmatischer Beschwerden. Hätten alle Patienten ihre ICS nach Vorschrift angewandt, wären nur 32 Hospitalisierungen notwendig gewesen, also relativ 60 Prozent weniger.

      In einer Studie hat jeder zweite nach Vorschrift inhaliert.
   

Die Arbeitsgruppe um Professor L. Keoki Williams aus Detroit im US-Staat Michigan hat die in drei Jahren gesammelten Krankenakten von 405 Erwachsenen mit Asthma bronchiale analysiert . Zur Überprüfung der Compliance bei der Anwendung von ICS haben die Wissenschaftler anhand der Menge der pro Arztbesuch verordneten ICS und der empfohlenen Tagesdosis berechnet, wie viele Tage der jeweilige Patient damit hätte auskommen müssen.

Anhand der Häufigkeit der Apothekenbesuche, bei denen entsprechende Rezepte eingelöst wurden, wurde kalkuliert, ob die Patienten planmäßig oder verspätet das nächste Rezept eingelöst hatten. Daran wurde abgelesen, ob die Patienten die ICS vorschriftsmäßig anwendeten.

Primäre Studien-Endpunkte waren die Zahl der Besuche bei niedergelassenen Kollegen wegen asthmatischer Beschwerden, die Zahl der Therapien in Notfallambulanzen, die Zahl der Klinikeinweisungen sowie der Verbrauch an oralen Kortikoiden.

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