Ärzte Zeitung, 24.03.2005

Vorteil für Formoterol-Bedarfstherapie bei Asthma

Bei bedarfsorientierter Behandlung wird weniger des Beta-2-Agonisten benötigt als bei zweimal täglicher Anwendung

BERLIN (wst). Formoterol ist ein lang wirksamer Beta-2-Agonist mit raschem Wirkungseintritt. Die Substanz eignet sich daher sowohl zur Dauertherapie als auch zur Therapie bei Bedarf. Eine aktuelle Studie hat nun ergeben, daß bei Asthma-Patienten die bedarfsorientierte Anwendung von Formoterol bei gleich guter Wirksamkeit sparsamer ist als eine Dauertherapie mit der Substanz.

Reicht die alleinige Anwendung inhalativer Kortikoide zur Dauertherapie bei Asthma bronchiale nicht mehr aus, sollten gemäß der aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien zusätzlich lang wirksame Beta-2-Agonisten benutzt werden. Daran hat Dr. Kai Richter vom Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie des Krankenhauses Großhansdorf beim Pneumologenkongreß in Berlin erinnert.

Bei akuten Symptomen sind zusätzlich kurz wirksame Beta-2-Agonisten indiziert. Da der Beta-2-Agonist Formoterol trotz langer Wirkdauer schnell wie ein Akutpräparat die Bronchien weite, biete sich die Substanz gewissermaßen zur bedarfsorientierten Erhaltungstherapie an, so Richter auf der von den Unternehmen Fujisawa und Viatris unterstützen Veranstaltung.

Inwieweit diese Empfehlung berechtigt ist, ist in jetzt einer auf zwölf Behandlungswochen angelegten randomisierten, multizentrischen Studie untersucht worden. Patienten mit leicht- bis mittelgradigem persistierendem Asthma, bei denen mit inhalativen Kortikosteroiden in üblicher Dosierung keine ausreichende Symptomkontrolle gegeben war, inhalierten entweder regelmäßig zweimal täglich zwei Hübe zu je 6 µg Formoterol (n=174) oder die gleiche Substanz ausschließlich orientiert am akuten Bedarf (n=177). Applikationssystem war jeweils der moderne Pulverinhalator Novolizer®. Als zusätzliche Medikation bei Bedarf durfte in beiden Gruppen das kurzwirksame Beta-2-Mimetikum Salbutamol angewandt werden.

Asthmaexazerbationen und Asthmasymptome wurden im Verlauf der zwölf Therapiewochen in beiden Gruppen gleich stark gemindert. Auch für die Lungenfunktion und den Gebrauch zusätzlicher Notfallmedikation ergab sich kein signifikanter Unterschied in beiden Gruppen.

Allerdings kamen die Patienten mit bedarfsorientierter Therapie mit deutlich weniger Formoterol aus. Durchschnittlich wurden hier pro Tag nur 2,43 Hübe zu 6 µg inhaliert, wohingegen unter der Dauertherapie entsprechend der Vorgabe täglich vier und exakt gezählt gemittelt 3,95 Hübe gleicher Einzeldosis gebraucht wurden. Der Unterschied war signifikant. Formoterol via Novolizer® wird vom Unternehmen Fujisawa als Formotop® und vom Unternehmen Viatris als Formatris® vertrieben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »